Montag, Februar 26, 2024

Verbesserte Strategie zur Ernährung für Frühgeborene

Eine Strategie bei der Ernährung für Frühgeborene mit mehr Eiweiß kann den Ernährungszustand bei Frühgeborenen deutlich verbessern.

Mit weniger als einem Kilogramm Geburtsgewicht können diese kleinsten Frühgeborenen häufig während ihres langen Krankenhausaufenthalts schlecht an Gewicht zulegen. Es wurde kürzlich in einer rückblickenden Datenanalyse von Forschern nachgewiesen, dass eine »aggressivere«, eiweißreiche Ernährungsstrategie für Frühgeborene deren Ernährungszustand, Entwicklung und Wachstum erheblich verbessern kann. Dies hat Auswirkungen auf das spätere Wachstum.

 

Neue Strategie zur Ernährung für Frühgeborene erfolgreich

In Krankenhäusern ist man bei sehr kleinen Frühgeborenen generell sehr vorsichtig. Das geschieht vor allem aus Sorge vor potenziellen Darmentzündungen. Daraus resultiert aber oft zu einer zurückhaltenden Ernährungsweise. Eine Wiener Studie offenbarte jedoch, dass eine innovative Strategie zur Ernährung für Frühgeborene deutlich bessere Ergebnisse erbringen kann.

Neuartig an der Wiener Studie ist die Verabreichung von insbesondere mehr Eiweiß durch eine Sonde und Infusionen, ergänzt durch Vitamine, Elektrolyte, Kalzium und Zucker. Bei extrem unreifen Frühgeborenen, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden und etwa ein Kilogramm wogen, wurden somit jene Nährstoffe hinzugefügt, die ihnen aufgrund der vorzeitigen Geburt fehlten. Normalerweise hätten sie diese Nährstoffe über die Plazenta im Mutterleib während der restlichen Schwangerschaft erhalten.

Die Ergebnisse der Datenanalyse zeigten, dass mit einer solchen Ernährungsstrategie Frühgeborene mit einem höheren Gewicht von rund 2,5 Kilogramm – im Vergleich zu den üblichen zwei Kilogramm bei herkömmlicher Ernährung – aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Zudem wiesen die Säuglinge im Vergleich zu anderen Frühgeborenen, die weniger kalorienreich ernährt wurden, einen Zuwachs von jeweils einem Zentimeter beim Kopfumfang und bei der Körpergröße auf. Diese kleinsten Frühgeborenen verlassen somit gestärkt das Krankenhaus und sind später kaum kleiner als reif geborene Kinder.


Literatur:

Repa A, Lochmann R, Unterasinger L, Weber M, Berger A, Haiden N. Aggressive nutrition in extremely low birth weight infants: impact on parenteral nutrition associated cholestasis and growth. PeerJ. 2016 Sep 20;4:e2483. doi: 10.7717/peerj.2483. PMID: 27688976; PMCID: PMC5036079.

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