Bei Corona-Patienten mit Ultraschall, Echokardiographie, Risiko für schwere COVID-19-Verläufe erkennen

Mittels Ultraschall, Echokardiographie, kann man in der Corona-Pandemie bei Patienten mit Herz-Vorerkrankung schwere COVID-19-Verläufe früh erkennen.

Die Echokardiografie ist die zentrale Bildgebung in der Kardiologie. Sie ist vielseitig einsetzbar. Sie hat keine Kontraindikation, geringe Kosten und kann auch für Wiederholungsuntersuchungen genutzt werden. Insbesondere ältere Corona-Patienten mit kardialen Vorerkrankungen scheinen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 zu haben, das man mit Ultraschall, Echokardiografie, gut erkennen kann. Solche Vorerkrankungen sind beispielsweise Störungen der linksventrikulären Pumpfunktion, Klappenvitien sowie eine pulmonale Hypertonie.

 

Echokardiagraphie, Ultraschall des Herzens, bei Corona-Patienten sinnvoll

Im Grunde genommen hat sich in der Corona-Pandemie bereits gezeigt, dass die Anwendung von Ultraschall mittels engmaschiger Echokardiographie von COVID-Patienten sinnvoll ist. Eine Corona-Infektion (COVID-19) kann im Verlauf bei den Patienten zu verschiedensten echokardiografisch detektierbaren Veränderungen führen. Es kann zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen. Hier bietet es sich an, moderne echokardiografische Methoden wie den Screen einzusetzen. Diese Methode ist sensitiver als die herkömmliche Beurteilung der linksventrikulären Pumpfunktion mittels LVEF (linksventrikuläre Ejektionsfraktion).

Des Weiteren ist beobachtet worden, dass es bei einigen COVID-Patienten am ehesten durch Thrombosen und Thromboembolien zu einer Erhöhung des Lungendrucks und einer Vergrößerung des rechten Herzens kommen kann. Auch hier ist die Echokardiografie eine sehr elegante Methode, um dies frühzeitig und sicher zu detektieren.

 

Echokardiografie auf der Intensivstation

Mittels Echokardiografie kann der Patient auf der Intensivstation, ohne dass er durch das Krankenhaus transportiert wird, untersucht werden. Dies vermeidet die Verbreitung des Virus. Natürlich müssen die Untersucher entsprechend nach höchsten Hygienestandards geschützt werden. Hierzu hat die Arbeitsgruppe Kardiovaskulärer Ultraschall der DGK bereits ein Positionspapier in der ersten Welle verabschiedet.

Auch in der Nachsorge nach durchgemachter COVID-19-Erkrankung ist die Echokardiografie ein sehr wertvolles Mittel, um kardiale Langzeitschäden zu erkennen. Es wird empfohlen, dass Patienten nach COVID-19-Infektionen, die symptomatisch bleiben (zum Beispiel Luftnot, Abgeschlagenheit), sich echokardiografisch untersuchen lassen, um beispielsweise eine Verminderung der Herzfunktion zu erkennen.


Quelle:

Statement: Risikogruppen schützen: Komplikationen am Herzen bei COVID-19-Patienten und andere Herzerkrankungen des Alters mit Ultraschall frühzeitig erkennen. Professor Dr. Fabian Knebel, Leitender Oberarzt der Charité Klinik für Kardiologie am Campus Mitte, Berlin und DEGUM-Kursleiter und Arbeitsgruppenleiter Echokardiografie. Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) „Ultraschall in der Altersmedizin: Schwere Verläufe bei COVID-19 frühzeitig aufspüren; einem Schlaganfall und dem lebensbedrohlichen Bauchaortenaneurysma vorbeugen“. Dezember 2020

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