Das sehende und das blinde Auge

Das Auge ist ein äußerst komplexes Organ, das dem Menschen den wichtigsten Sinn, das Sehen, ermöglicht. Auch das blinde Auge kann behandelt werden.

Das tragische Schicksal zu erblinden führt neben dem Sehverlust auch zu einem starr wirkenden, weiß gefärbten Auge (Hornhaut). Der suchende Blick ohne Chance auf Erkennen von Gegenständen und Personen signalisiert Hilflosigkeit. Für den sehend geborenen Menschen, der sich auf visuelle Sinneseindrücke verlässt, ist dies auch eine Behinderung in der zwischenmenschlichen Kommunikation und führt oft in die Isolation.

 

Das blinde Auge erstmals erfolgreich therapiert

Als erstem Arzt der Geschichte ist es Primarius Dr. Eduard Zirm gelungen, durch eine erfolgreiche Hornhauttransplantation den Wandel vom Blinden zum Sehenden durchzuführen. Diese erste dokumentierte, erfolgreiche Verpflanzung von gesunder, menschlicher Hornhaut gelang bereits vor über 100 Jahren. Heute ist die so genannte Keratoplastik die häufigste Organtransplantation weltweit. Wobei keratoplastische Eingriffe uch weiterhin eine Alternative und sehr wirksame Behandlung für schwere Keratomykosen darstellen. Auch dazu sollte man sie sehr viel häufiger als bisher einsetzen.

 

Darstellung des Auges in der Kunst

Schon die Griechen in der Antike versuchten, ihren Skulpturen Leben einzuhauchen, in dem sie ihre Augen bemalten. Freilich verwitterte die Oberfläche der Kunstwerke über die Jahrhunderte und die Bemalung ging verloren. Ohne die Darstellung der Hornhaut, Regenbogenhaut und Pupille erscheinen die Augen der steinernen Figuren leblos und blind. Eine weltberühmte Darstellung ist die Büste des Dichters Homer, der allerdings tatsächlich blind gewesen sein soll.

Der Blick eines Menschen sagt viel über sein seelisches Befinden. Glück, Trauer, Schmerz oder Zufriedenheit und letztlich das Ende jeder menschlichen Regung, der Tod, spiegeln sich in den Augen wider. Nur wenigen Künstlern ist es gelungen, sich dieser Kraft menschlicher Ausstrahlung zu bedienen. Michelangelo verlieh seinem David jenen intensiven Ausdruck, der ihn fast schon lebendig erscheinen lässt.

 

Das blinde Auge

Das blinde Auge oder die Blindheit ist eine Sehbehinderung mit gänzlich fehlendem oder nur äußerst gering vorhandenem visuellen Wahrnehmungsvermögen eines oder beider Augen. Sie kann angeboren (Geburtsblindheit) oder erworben sein.

Die Aussichten auf eine Verbesserung oder gar Heilung sind abhängig von Krankheitsbeginn, Ursachen und den jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten. Für ein blindes Auge gibt es aber bei verschiedenen Erkrankungen keinen wirksamen therapeutischen Ansatz und gilt deshalb als unheilbar.


Literatur:

Amansakhatov S, Sshetinina L, Zhutdieva M, Schneider R, Kadyrov M. Morphofunktionelle Untersuchungen der Wirksamkeit der Keratoplastik bei der Behandlung von Keratomykosen [Morphofunctional analysis of the efficiency of keratoplasty in the treatment of keratomycosis]. Klin Monbl Augenheilkd. 2013;230(2):163-167. doi:10.1055/s-0032-1327783


Quellen:

Das blinde und das sehende Auge. MEDMIX 4/2007

Eyes and Vision. Medlineplus.

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