Corona-Studie aus Island: Kinder wesentlich seltener infektiös

Kinder und Frauen wurden in der Corona-Studie in Island seltener positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet als Jugendliche, Erwachsene und Männer.

Eine aktuelle Corona-Studie in Island hat 10.797 Personen, Kinder und Jugendlichen, Männer und Frauen, mittels Coronavirus-Tests analysiert. Einerseits solche mit einem hohen Infektionsrisiko, und zwar waren das vor allem Menschen,

  • die Covid-19-Symptome hatten,
  • die kürzlich aus Hochrisikoländer zurückgereist waren, oder
  • die Kontakt zu infizierten Personen hatten.

Andererseits hat man auch 2283 Personen aus der Bevölkerung zufällig ausgewählt und ebenfalls getestet.

Bei insgesamt 1221 von den Risiko-Personen (13,3%) konnte man eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachweisen.



Von den zufällig aus der Allgemeinbevölkerung getesteten Personen waren lediglich 100 positiv auf das Virus getestet (0,8 Prozent). Insgesamt haben die Forscher in dieser Corona-Studie 6% der Bevölkerung Islands auf das Coronavirus getestet.

 

Corona-Studie: Kinder unter 10 Jahren in Island mit geringer Wahrscheinlichkeit positiv getestet

Die meisten Personen der Zielgruppe, die die Forscher zu Beginn der Studie positiv auf das Coronavirus SARS-Cov-2 testen, hatten kurz zuvor eine internationale Reise unternommen. Im Gegensatz zu denen, die später in der Studie positiv getestet wurden und eben nicht verreist waren.

Kinder unter 10 Jahren aus der Risikogruppe hatten eine deutlich geringe Wahrscheinlichkeit auf ein positives Ergebnis. Und zwar mit einem Prozentsatz von 6,7%. Im randomisierten Bevölkerungsscreening hatte kein Kind unter 10 Jahren ein positives Ergebnis, verglichen mit 0,8% der Kinder ab 10 Jahren. Zudem waren allgemein weniger Frauen als Männer Coronavirus positiv.

Allgemein berichteten fast die Hälfte der Teilnehmer über Krankheitssymptome, am häufigsten schnupfen, Nasensymptome sowie Husten. Personen mit stärkeren Atemwegsbeschwerden wurden gebeten, nicht an der Corona-Studie teilzunehmen.

 

Fazit

In Island gibt die Häufigkeit der SARS-CoV-2-Infektionen bei Personen mit hohem Infektionsrisiko sowie die Stabilität der Infektionsrate in der Allgemeinbevölkerung Grund zu Sicherheit, aber auch Vorsicht.

Kleine Kinder und Frauen wurden wie erwähnt seltener positiv auf SARS-CoV-2 getestet als Jugendliche oder Erwachsene sowie Männer. Allgemein war die Häufigkeit der SARS-CoV-2-Infektionen in der gesamten isländischen Bevölkerung vom 13. März bis 1. April stabil. Das deutet darauf hindeutet, dass die Eindämmungsmaßnahmen der Gesundheitsbehörden erfolgreich waren.

Die isländischen Forscher mahnen allerdings, dass sich das Coronavirus dennoch trotz der Eindämmungsmaßnahmen weiter verbreitet. Die Bemühungen, das Virus einzudämmen, würden deswegen wahrscheinlich scheitern, wenn man nicht weiterhin testet, Infizierte isoliert, deren Kontakte weiterverfolgt und diese unter Quarantäne stellt.




Literatur:

Daniel F. Gudbjartsson, Agnar Helgason, Hakon Jonsson, Olafur T. Magnusson, Pall Melsted, Gudmundur L. Norddahl, Jona Saemundsdottir, Asgeir Sigurdsson, Patrick Sulem, Arna B. Agustsdottir, Berglind Eiriksdottir, Run Fridriksdottir, et al. Spread of SARS-CoV-2 in the Icelandic Population. The New England Journal of Medicine. April 14, 2020. DOI: 10.1056/NEJMoa2006100

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