Mittwoch, Juli 3, 2024

Cannabidiol (CBD) mit vielseitiger Wirkung gegen chronische Schmerzen

Immer mehr Studien zeigen, dass Cannabidiol (CBD) in der Therapie gegen chronische Schmerzen vielseitig positive Wirkung bringt.

Unter dem Strich sind Tumorschmerzen und neuropathische Schmerzen gute Beispiele, wie vielseitig und effektiv man Cannabidiol (CBD) gegen chronische Schmerzen einsetzen kann. Dabei kann Cannabidiol einerseits als ergänzende Therapie die Schmerzen lindern helfen. Andererseits kann CBD den Bedarf an anderen Schmerzmitteln wie den Opioidbedarf reduzieren. Schließlich hilft es auch dabei, die Lebensqualität von Schmerzpatientinnen und -patienten zu verbessern.

 

Weniger Opioide notwendig: Cannabidiol als Zusatztherapie gegen chronische Schmerzen

Cannabidiol (CBD), der nicht-psychoaktive Wirkstoff der Hanfpflanze Cannabis sativa, erweist sich in der Therapie von Schmerzen inzwischen als durchaus vielseitig einsetzbar. Bei sonst therapieresistenten Schmerzsymptomen lässt es sich zum Beispiel in Kombination mit Opioiden und anderen Schmerzmedikamenten verwenden.

Wenn man die Therapie der Schmerzen mit CBD ergänzt, benötigen die Schmerzpatienten jedenfalls häufig weniger Opioide. Einer Studie zufolge brauchte beispielsweise mehr als die Hälfte von 131 chronischen Schmerzpatienten weniger oder gar keine Opioide mehr, nachdem sie acht Wochen zusätzlich zu ihrer laufenden Schmerzmedikation CBD-reiches Hanfextrakt eingenommen hatten. Fast alle Studienteilnehmer gaben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert habe. Die Ergebnisse konnten jedenfalls zeigen, dass Cannabidiol schmerzlindernd wirkt und Lebensqualitätsfaktoren wie etwa die Schlafqualität der Patienten verbessert.

 

Wirkung von Cannabidiol gegen Rücken- und Tumorschmerzen

Auch bei der Behandlung akuter und chronischer Rückenschmerzen könnte CBD künftig als Therapie-Ergänzung zum Einsatz kommen. In einer aktuellen Publikation (Fallserie und Literaturanalyse) zeigte lokal aufgetragenes CBD bei Personen mit Rückenschmerzen entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung, wenn die Beschwerden neuropathischer und radikulärer Natur waren.

Im Grunde genommen könnte auch für die Behandlung von Tumorschmerzen zu einem wichtigen Einsatzgebiet von CBD werden. Eine Übersicht der Literatur zu Tierstudien und Fallberichte mit CBD zeigte unlängst, dass präklinische Untersuchungen, insbesondere während der letzten Jahre, unisono auf eine therapeutische Wirksamkeit von CBD bei Tumorschmerzen hinweisen. Dazu kommen zunehmende Hinweise auf eine positive Wirkung der Substanz auf das Tumorgeschehen selbst. Das konnte beispielsweise eine österreichische Studie zu Gliom zeigen.

 

Cannabidiol (CBD) als mögliche Therapie gegen Schmerzen in der Palliativversorgung

Vereinzelt durchgeführte Kombinationsstudien lassen auch darauf schließen, dass CBD mit anderen Schmerzmitteln synergetisch agieren kann. Dadurch lässt sich die schmerzlindernde Wirkung erhöhen. Möglicherweise kann CBD auch in der palliativmedizinischen Versorgung vornehmlich bei Symptomen wie Schmerzen, Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Depression eine Rolle spielen.

CBD sollte aufgrund seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten einen höheren Stellenwert in der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen einnehmen.


Literatur:

Capano A, Weaver R, Burkman E. Evaluation of the effects of CBD hemp extract on opioid use and quality of life indicators in chronic pain patients: a prospective cohort study. Postgrad Med. 2020 Jan;132(1):56-61. doi: 10.1080/00325481.2019.1685298. Epub 2019 Nov 12. PMID: 31711352.

Eskander JP, Spall J, Spall A, Shah RV, Kaye AD. Cannabidiol (CBD) as a treatment of acute and chronic back pain: A case series and literature review. J Opioid Manag. 2020 May/Jun;16(3):215-218. doi: 10.5055/jom.2020.0570. PMID: 32421842.

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