Samstag, Juli 13, 2024

Thromboserisiko bei körperlich weniger fitten Frauen erhöht

Frauen, die eher inaktiv und körperlich nicht sehr fit sind, haben ein deutlich höheres Thromboserisiko als Frauen, deren körperliche Verfassung durchschnittlich bis sehr gut ist.

 

Als Thrombose bezeichnet man die Bildung eines Blutgerinnsels in den tiefen Beinvenen, wenn Blutfluss und Blutgerinnung gestört sind oder die Gefäßwand beeinträchtigt ist. Dadurch kommt es dazu, dass Blutklumpen – auch Thromben genannt – ein Blutgefäß, wie eine Vene im Bein oder Becken – . Das Thromboserisiko steigt grundsätzlich mit höherem Lebensalter, etwa ab dem 60. Lebensjahr, deutlich an.

Akut gefährdet sind Personen nach einer Operation, aber auch hormonelle Veränderungen durch Schwangerschaft oder durch die Anti-Baby-Pille erhöhen das Thromboserisiko. Bei bereits bestehendem Thromboserisiko sind vor allem lange Reisen im Bus oder Flugzeug gefährlich.

Forscherteams um Univ. Prof. Dr. Ivo Volf vom Institut für Physiologie der MedUni Wien und Univ.-Prof. Dr. Rochus Pokan vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien haben nun entdeckt, dass schlechte körperliche Fitness ein weiterer Faktor für ein erhöhtes Thromboserisiko ist.

 

Thrombozyten-Aktivierung erhöht Thromboserisiko

In ihrer Untersuchung mit 62 jungen Frauen fanden die Wiener Forscher heraus, dass Frauen mit geringer körperlicher Fitness eine signifikant höhere Thrombozyten-Aktivierung aufweisen als jene mit durchschnittlicher oder sehr guter Fitness. Die Aktivierung von Blutplättchen – der Thrombozyten – fördert wiederum die Bildung sehr gefährlicher Thromben, die sogar lebensbedrohlich werden können. Denn Blutgerinnsel – Blutpfropfen, Blutklumpen – können Blutgefäße verstopfen und somit eine Thrombose entwickelt, wodurch die Blutversorgung von Organen ausfallen kann. Darüber hinaus sind aktivierte Thrombozyten auch an Entzündungsprozessen beteiligt, was vor allem bei Herz-Kreislauferkrankungen zu einer rapiden Verschlechterung der Patienten führen kann.

 

Moderates Training verringert das Thromboserisiko nach kurzer Zeit

Ein sehr postives Studienergebnis war allerdings, dass das Steigern der körperlichen Fitness rasch zu einer Normalisierung der Thrombozytenfunktion führt: ein drei Mal wöchentlich absolviertes Ausdauertraining in Form eines maximal 40-minütigen Lauftrainings zwei Monate lang senkte das Thromboserisiko entscheidend. Selbst moderates Training führte zu einer Angleichung der Werte der Thrombozyten-Aktivierung an die fitten Frauen.

Studien-Erstautor Stefan Heber erklärte dazu: „Latent aktivierte Thrombozyten setzen eine Vielzahl von Mediatoren frei, welche die Entwicklung atherosklerotischer Gefäßveränderungen fördern. Wenn geringe körperliche Fitness mit einem höheren Aktivierungsgrad der Thrombozyten einhergeht, ist daher auch ein Einfluss auf die frühesten Phasen dieser Krankheitsentwicklung schlüssig. Die hier gezeigten Trainingseffekte passen sehr gut zu epidemiologischen Daten, wonach trainierte Personen verglichen mit körperlich Inaktiven ein um zirka 40 Prozent niedrigeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse aufweisen.“

Prof. Volf sieht in den Studienerkenntnissen einen möglichen Beitrag für die Beurteilung der präventiven Wirksamkeit unterschiedlicher Trainingsmethoden bzw. -intensitäten: „Thrombozyten-basierte Studien könnten ungeahnte Möglichkeiten im direkten und kurzfristigen Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Trainingsprogramme im Bereich der Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen eröffnen“, sagt Forschungsgruppenleiter Ivo Volf.

Die Erkenntnisse aus dieser Studie, die vom vom Österreichischen Herzfonds unterstützt wurden publizierten die Forscher aktuell im internationalen Topjournal „Medicine & Science in Sports & Exercise“.

Quelle: Medicine & Science in Sports & Exercise: „Correlation between Cardiorespiratory Fitness and Platelet Function in Healthy Women.“ Heber S, Assinger A, Pokan R, Volf I. 2016 Feb 24.

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