Donnerstag, Juni 13, 2024

Nicht medikamentöse Therapie bei Asthma bronchiale

Zur nicht-medikamentösen Therapie bei Asthma bronchiale zählen Atemübungen, Sport und Bewegung, das Vermeiden von Allergien und Rauchentwöhnung.

Zur Nicht-medikamentösen Therapie bei Asthma bronchiale gehören vor allem atem- und physiotherapeutische Maßnahmen, die den Patienten helfen sollen, auf akute Verschlechterungen vorbereitet zu sein. Andere Ziele einer Nicht-medikamentösen Therapie bei Asthma bronchiale sollen aber auch wesentlich dazu beitragen, dass sich die Lebensqualität der Asthmapatienten verbessert. Hierzu kommen weitere Maßnahmen zum Einsatz wie Sport und Bewegung, Allergie-Auslöser meiden, Rauchentwöhnung, Ernährungsmaßnahmen sowie Komplementäre Verfahren.

 

Schulungen

Die Schulung vom Asthmapatienten durch den Arzt, die allerdings auch von anderen Berufsgruppen unterstützt werden sollte, beinhaltet unter anderem:

  1. Information: Was ist Asthma, was ist bei der Asthma-Therapie vor allem wichtig.
  2. Was sind Allergie-Auslöser, wie kann man sie vermeiden.
  3. Erkennen und Bewerten von Asthma-Symptomen
  4. Genaue Information über Wirkung und Nebenwirkungen der Medikamente – viele Patienten haben beispielsweise weiterhin extreme aber auch irrationale Angst vor Kortison.
  5. Die Situationsgerechte Einnahme der verschriebenen Wirkstoffe inklusive detaillierter Schulung in der Anwendung zum Beispiel von Inhalatoren gehört ebenso dazu wie ein dokumentierter Managementplan für Notfälle.
  6. Nachschulungen zur Überprüfung der richtigen Einnahme der Inhalatoren, der Technik und anderer rundet die Schulung ab.

Nachschulungen leisten einen wesentlichen Beitrag, um die Compliance der Patienten zu verbessern, sie halten nicht nur das erlernte Wissen auf aktuellem Stand, sondern beeinflussen nachweislich die Selbstmanagement-Kompetenz.



 

Mit dem Rauchen aufhören

Elementar ist die Rauchentwöhnung, denn Rauchen hat – abgesehen von anderen gesundheitlichen Schäden – eine Verschlechterung des Asthma bronchiale zur Folge. Die ­anti-inflammatorische Wirkung der Corticosteroide wird durch aktives Rauchen praktisch aufgehoben. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Passivrauchen mit einer erhöhten Exazerbation und Lungenfunk­tionsverschlechterung einhergeht.

 

Nicht medikamentöse Therapie bei Asthma bronchiale für eine bessere Atmung und mehr Lebensqualität

Methoden der nicht medikamentösen Therapie bei Asthma bronchiale können die Lebensqualität, die kardiopulmonale Fitness und den Inspirationsdruck verbessern sowie das Auftreten von Symptomen und damit auch den Einsatz von Medikamenten reduzieren. Wobei vor allem auch Atemübungen weltweit häufig als nicht-pharmakologische Therapie zur Behandlung von Menschen mit Asthma bronchiale eingesetzt.

Körperliche Fitness durch Sport und Bewegung aber auch Yoga bedeutet mehr Lebensqualität für den Asthmatiker. Regelmässiges Training verringert die Morbidität und erhöht die individuelle Leistungsfähigkeit. Körperliches Training muss jedenfalls ein wesentlicher Bestandteil in der Asthma-Therapie sein.

Atemtechniken sollten in alters- und patientengerechten Schulungen oder im Rahmen einer individuellen Physiotherapie gelernt werden. Von großer Bedeutung ist dabei, dass die Information und Beratung der Patienten angemessen ist. Damit kann man sie zu aktiven Partnern in der Asthma-Therapie zu machen.

Unter dem Strich können Atemübungen die krankheitsspezifische Lebensqualität verbessern sowie Lungenfunktion, Symptome, Hyperventilation, Angstzustände und Depressionen verringern. Schließlich lässt sich damit auch die Atemfrequenz senken und die Patienten brauchen weniger Medikamente.

Eine gutes effektives Beispiel der nicht medikamentösen Therapie bei Asthma bronchiale ist auch das sogenannte inspiratorische Muskeltraining. Dieses kann den Inspirationsdruck verbessern, zu einer Steigerung von Atemmuskelkraft, der Ausdauer und allgemeiner Leistungsfähigkeit führen kann. Auch dieses Training führt dazu, dass Patienten weniger Medikamente einsetzen müssen.




Literatur:

Santino TA, Chaves GS, Freitas DA, Fregonezi GA, Mendonça KM. Breathing exercises for adults with asthma. Cochrane Database Syst Rev. 2020 Mar 25;3(3):CD001277. doi: 10.1002/14651858.CD001277.pub4. PMID: 32212422; PMCID: PMC7096190.

Shei RJ, Paris HL, Wilhite DP, Chapman RF, Mickleborough TD. The role of inspiratory muscle training in the management of asthma and exercise-induced bronchoconstriction. Phys Sportsmed. 2016 Nov;44(4):327-334. doi: 10.1080/00913847.2016.1176546. Epub 2016 Apr 26. PMID: 27094568.

Bruurs ML, van der Giessen LJ, Moed H. The effectiveness of physiotherapy in patients with asthma: a systematic review of the literature. Respir Med. 2013 Apr;107(4):483-94. doi: 10.1016/j.rmed.2012.12.017. Epub 2013 Jan 18. PMID: 23333065.

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