Montag, Juli 15, 2024

Behandlungsrichtlinien für Polymyalgia rheumatica

Schmerzende und steife Gelenke, Entzündungen, beidseitiger Schulterschmerz sind die typischen rheumatischen Symptome der Polymyalgia rheumatica (PMR).

Ähnlich vielfältig wie die Symptome sind auch die Therapieansätze der diversen anderen Krankheitsbilder des Rheumatismus, es sind mehr als 240 verschiedene Formen der rheumatischen Erkrankung bekannt. 2015 entstanden bis heute anerkannte internationale Behandlungsrichtlinien mit umfassenden Empfehlungen zur Vereinheitlichung unterschiedlicher Therapieformen im Kampf gegen Polymyalgia rheumatica (PMR) – eine der häufigsten – zum sogenannten Weichteilrheumatismus zählenden – Formen des Rheumatismus.

 

Polymyalgia rheumatica – eine entzündliche Muskelerkrankung

Unter dem Begriff Rheumatismus werden alle schmerzhaften Erkrankungen im Bewegungsapparat zusammengefasst. Meistens sind ältere Menschen betroffene, doch auch bereits junge Erwachsene und sogar Kinder können darunter leiden. In Mitteleuropa ist bereits jeder Fünfte ein Rheumapatient, wodurch man mittlerweile von einer Volkskrankheit sprechen kann.

Polymyalgia rheumatica ist die zweithäufigste entzündliche Rheumaerkrankung des höheren Lebensalters und verursacht bei den Betroffenen massive Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. In einigen Fällen kann es auch zu Entzündungen der großen Gefäße kommen. Meist sind es über 60-Jährige, die am entzündlichen Weichteilrheumatismus erkranken, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Die Ursache der Erkrankung ist weitgehend noch unbekannt, vermutet wird eine Autoimmunerkrankung. Krankheitsverlauf und Therapierfolg können sich bei gleicher Diagnose von Patient zu Patient sehr unterscheiden, auch deswegen variieren die Therapieschemata in der klinischen Praxis enorm.

 

Richtlinien für die Behandlung von Polymyalgia rheumatica

Im Rahmen eines 3-jährigen internationalen Forschungsprojekts ging es in einem ersten wichtigen Schritt um die Analyse und Zusammenfassung sämtlicher publizierter Studien zum entzündlichen Weichteilrheumatismus. Danach entwickelten Experten aus allen Kontinenten Empfehlungen für die Behandlung, wobei sich die neuen Therapieempfehlungen mit allgemeinen Prinzipien der Therapie beschäftigen:

  • Sicherung der Diagnose,
  • empfohlene Untersuchungen vor Beginn der Therapie,
  • Erstellung eines individualisierten Therapieplans,
  • Zuweisung zu Experten und
  • Verlaufskontrollen.
  • In den spezifischen Empfehlungen wird auch auf die oftmals gewählte Kortisonbehandlung und die Bedeutung von anderen immunsuppressiven Medikamenten eingegangen.

Die Empfehlungen haben globale Gültigkeit und können sowohl in der Allgemeinmedizin als auch in den spezifischen medizinischen Fachbereichen Anwendung finden.

Literatur: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/art.39333/epdf

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