Samstag, Mai 25, 2024

Asthma bronchiale bei Kindern tritt immer häufiger auf

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, etwa zehn Prozent aller Kinder sind heutzutage betroffen.

Asthma bronchiale bei Kindern ist die häufigste chronische Kinderkrankheit. Jedes zehnte Kind soll betroffen sein. Wobei allerdings nur etwa die Hälfte der symptomatischen Kinder auch eine korrekte Diagnose hat. 95 % der Fälle von kindlichem Asthma lassen sich medikamentös gut behandeln und diese Kinder können ein beschwerdearmes bis völlig symptomfreies Leben führen. Nur 5 – maximal 10 % der Kinder leidet an schwerem Asthma bronchiale, bei dem die Symptome nicht ausreichend kontrolliert werden können.

Asthma – eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege – geht mit einer wiederholt auftretenden Verengung der Atemwege einher. Neben der lokalen Entzündung kann es auch zu strukturellen Veränderungen (Remodelling) kommen. Eine Kombination aus Wachstumsfaktoren und Entzündungsmediatoren verursacht diese Veränderungen innerhalb der Atemwege.

Remodelling konnte bei Asthma bronchiale bei Kindern bereits anhand von Bronchialbiopsien nachgewiesen werden. Studien auf dem Gebiet sind jedoch schwer durchführbar, da wiederholte Biopsien notwendig wären. Daher sind noch viele Fragen über den Beginn und das Ausmaß dieser Umbauvorgänge offen, ebenso ist umstritten, ob und inwieweit Remodelling reversibel sein könnte.

 

Anamnese zu Asthma bronchiale bei Kindern

Für die Diagnose unumgänglich ist ein ausführliches Anamnese-Gespräch. Art, Zeitpunkt des Auftretens und Schweregrad der Beschwerden werden erhoben. Eine positive Allergie­-Anamnese in der Familie erhöht die Wahrscheinlichkeit des ­Kindes, an allergischem Asthma zu leiden. Lungenfunktionsmessungen sind in der Diagnostik ebenso wichtig wie Allergietests, welche mögliche Allergene identifizieren können. Zur allergologischen Diagnostik gehören in erster Linie Hauttests sowie serologische Tests.

Bei Kindern handelt es sich in rund 70 % der Fälle um allergisches Asthma, jedoch sind nicht immer allergische Reaktionen alleinig für die Krankheitssymptome verantwortlich. Rauchen und Passivrauchen sind ebenfalls Verstärker von asthmatischen Beschwerden. Im Vorschulalter allerdings stehen Infekte der oberen Luftwege als Auslöser asthmatischer Beschwerden ganz eindeutig im Vordergrund. Hier ist die Prognose – sofern eine Allergie nicht nachgewiesen werden kann – eindeutig günstiger. Allgemein gilt: Bei mehreren positiven Antworten auf eine der folgenden Fragen sollte ein Spezialist aufgesucht werden:

  • Treten Pfeifen oder Keuchen der Atmung auf (Frequenz und Dauer)?
  • Besteht eine Beziehung dieser Symptome zu offensichtlichen Virusinfekten der oberen und/ oder unteren Luftwegen oder bestehen Beschwerden auch in virus­infektfreien Phasen?
  • Besteht eine Allergie und oder Asthmabelastung in der Fami­lie bei Verwandten ersten Grades?
  • Leidet das Kind bereits an ­Neurodermitis oder allergischer Rhinokonjunktivitis (z.B. in Form von »Heuschnupfen«)?
  • Lassen sich Auslöser aus der Umgebung oder jahreszeitliche Abhängigkeiten nachweisen (Tiere; Pollen; Umweltfaktoren wie Tabakrauch)?
  • Reagiert das Kind auf körperliche Belastungen (Krabbeln, Turnen, Laufen) mit einer reproduzierbaren obstruktiven Symptomatik oder gehen Lachen oder Weinen in Husten über?
  • Hat die Mutter in der Schwan­gerschaft 10 Zigaretten oder mehr pro Tag konsumiert?

 

Diagnose Asthma bronchiale bei Kindern im Vorschulalter

Besondere Schwierigkeiten in der Diagnose stellen kleine ­Kinder dar, da keine einfachen Messungen der Lungenfunktion zur Verfügung stehen. Häufige Episoden mit Ver­engung der Atemwege sowie mehrere positive Antworten auf oben genannte Fragen machen eine Therapie primär mit antiobstruktiv und bei Häufung mit antientzündlich wirkenden Medikamenten, wie sie auch grundsätzlich zur Therapie des Asthma bronchiale bei Kindern verwendet werden, auch bei Kleinkindern sinnvoll.

 

Fazit

Asthma bronchiale bei Kindern ist eine häufige chronische Erkrankung mit weitreichenden Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern, ihre Familien und das Gesundheitssystem. Die Diagnose mag für das Kind mit charakteristischen Symptomen, Auslösern und Ansprechen auf die Therapie relativ einfach sein, aber es gibt andere weniger häufige Darstellungen, die die Diagnose schwierig machen können. Die Diagnose von Asthma bei einem Kleinkind mit wiederkehrendem Keuchen kann besonders schwierig sein. Eine schrittweise Behandlung von Asthma verringert normalerweise die Symptomhäufigkeit und verbessert die Asthmakontrolle. Asthma-Exazerbationen und schlechte Ergebnisse durch akute Exazerbationen bleiben ein Bereich, in dem wir Verbesserungspotenzial haben. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Diagnose und Behandlung von Asthma bei Kindern für den Erstversorger.


Literatur:

Hoch HE, Houin PR, Stillwell PC. Asthma in Children: A Brief Review for Primary Care Providers. Pediatr Ann. 2019 Mar 1;48(3):e103-e109. doi: 10.3928/19382359-20190219-01. PMID: 30874817.

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