Samstag, Mai 18, 2024

Zirbe – duftender Wunderbaum für Zirbenbett und Zirbenschnaps

Der Wunderbaum Zirbe bringt uns Zirbenbett und Zirbenschnaps. Die ätherischen Öle halten Insekten ab und bieten zahlreiche weitere positive Gesundheitseffekte.

„Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit“, meinte einst schon Goethe. Auch bei der Zirbe, der Königin der Alpen, trifft dies zu. Alpenbewohner und Bergbauern sind schon seit vielen Jahrhunderten davon überzeugt, dass das Zirbenholz für Menschen gesund ist. Aus Zirbe werden Möbel wie das begehrte Zirbenbett sowie auch Kästen und Truhen hergestellt, die als hygienisch und käferfrei gelten. Außerdem wird diesem Baum seit jeher eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt. 2011 wurde die Zirbe zum Baum des Jahres gewählt.



 

Steckbrief der Zirbe

Keine andere Baumart prägt die Alpenregion so markant wie die Zirbe (Pinus cembra), auch Zirbelkiefer, Arbe oder Arve genannt. Die Königin der Alpen ist ein Vertreter der Kieferngewächse (Pinaceae), kann bis zu 25m hoch werden und bevorzugt Höhenlagen von 1300 bis 2850 Metern. Seine Kurztriebe tragen viele Büschel mit jeweils fünf Nadeln, die bis zu 11cm lang und 1mm dick werden können.

Die Zirbelkiefer ist einhäusig-getrenntgeschlechtig (monözisch), wobei eine Selbstbefruchtung möglich ist. Samen sind Zapfen, die irreführenderweise auch Zirbelnüsse genannt werden, obwohl sie keine Nüsse sind. Zapfen und Samen dienen der Lebensmittel- und der Spirituosenproduktion, wie etwa Zirbenlikör oder Zirbenschnaps. Dieser Baum steht in enger Lebensgemeinschaft mit dem Tannenhäher, dessen Hauptnahrungsquelle die Zirbelsamen sind und somit ist dieser Vogel maßgeblich an der Verjüngung der Zirbenbestände beteiligt.

 

Intensives Aroma

Vor allem der charakteristische Duft spielt eine zentrale Rolle bei den zahlreichen Anwendungsgebieten. Dahinter stecken ätherische Öle, die sich sowohl für das wohlriechende Aroma, als auch für die beruhigende und harmonisierende Wirkung des Baumes auf den Menschen verantwortlich zeigen.

 

Hilfreich gegen Insekten

Studien bestätigen die antibakterielle Wirkung der Zirbe durch ihre ätherischen Öle. Wobei das Zirbenholz zu etwa 0,5% aus Pinosylvin besteht. Dieses Pinosylvin ist ein ätherisches Öl sowie ein natürliches Gift, das Pflanzen zum eigenen Schutz herstellen. Mit dieser Menge kann kein anderer Baum und kein anderes Holz mithalten Pinosylvin bringt eine giftige Wirkung gegen Schadorganismen wie Bakterien und Pilze. Dadurch bildet sich kaum Schimmel. Man verwendet das Zirbenholz deswegen auch gerne zur Herstellung von Brotdosen.

Weiter beweist Zirbenholz auch eine Insekten abwehrende Wirkung. Dadurch kommen Insekten, wie etwa Kleidermotten, in Zirbenkästen selten bis gar nicht vor. Außerdem haben sich Kleiderbügel aus dem Zirbenholz haben sich auch bestens bewährt.



TIPP: Etwas Zirbenöl in Wasser auflösen und den Schrank damit auswischen oder ein Säckchen Zirbenspäne beträufeln und zwischen den Kleidungsstücken legen oder aufhängen.

 

Die beruhigende Eigenschaft der Zirbe macht das Zirbenbett begehrt

Seit Generationen wird auf die beruhigende Eigenschaft der Zirbe vertraut. Das Zirbenbett oder ein Kissen gefüllt mit Zirbenspänen verringert die Herzfrequenz nachweisbar und schont den Körper mit 3500 Herzschlägen pro Nacht, was einer Stunde Herzarbeit entspricht. Die Herzfrequenz ist eine wichtige Stellgröße eines komplexen Regelnetzwerkes, an dem Herz, Kreislauf, Temperatur, Stoffwechsel und psychomentale Einflüsse beteiligt sind.

In Experimenten zeigten sich signifikante Unterschiede in der Erholungsqualität zwischen Zirbenholzzimmer und ident gestalteten Holzdekorzimmern. Dies äußerte sich in einer niedrigeren Herzrate und einem beschleunigten vegetativen Erholungsprozess. Anscheinend hat das Material der Wohnungseinrichtung größeren Einfluß auf unseren Körper als bisher gedacht.

 

Weitere positiven Eigenschaften

Rinde und Nadeln wurden auf antimikrobielle und antioxidative Wirkung positiv getestet. Somit kann ein Spaziergang im Zirbenwald die Gesundheit fördern, die mit Phytinziden gesättigte Luft kann sich gut auf Infektionskrankheiten auswirken.

Die ätherischen Öle der Zirbenkiefer entfalten ihre positiven Eigenschaften auch in Duftlampen und helfen gegen Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwächen sowie mentale Erschöpfung. Inhalieren von Zirbenöl hilft nachweislich gegen Kopfschmerzen, unreine Haut, Erkältungen und Nebenhöhlenentzündungen. Auch als Zusatz im Massageöl wirkt es durchblutungsfördernd sowie entgiftend und wird gegen Rheuma und Muskelverspannungen angewandt.




Literatur:

Cristina Lungu Apetrei, Cristina Tuchilus, Ana Clara Aprotosoaie, Adrian Oprea , Karl Egil Malterud and Anca Miron. Chemical, Antioxidant and Antimicrobial Investigations of Pinus cembra L. Bark and Needles. Molecules 2011, 16(9), 7773-7788

ForschungsgesellschaftmbH  JOANNEUM RESEARCH  (Institut  für  Nichtinvasive  Diagnostik  [IND],  Weiz: Auswirkungen von Zirbenholz als Einrichtungsmaterial auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation).

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