Dienstag, Juli 2, 2024

Wann eine Operation beim Golferellenbogen Sinn macht

Eine Operation beim Golferellenbogen ist meist selten und kommt erst infrage, wenn konservative Behandlungen über 6 bis 12 Monate keine Linderung bringen.

Der Golferellenbogen ist eine schmerzhafte Erkrankung, die nicht nur Golfer betrifft, obwohl der Name darauf hinweist. Viele Menschen sind mit dem Tennisarm vertraut, aber auch Golfer, Baseballspieler, Tennisspieler und Racketballspieler können unter einer ähnlichen Beschwerde, dem Golferarm, leiden. Der Grund für diese Namensgebung liegt darin, dass diese Verletzung ursprünglich mit Golfern in Verbindung gebracht wurde. Die Operation beim Golferellenbogen (mediale Epicondylitis) und Tennisellenbogen (laterale Epicondylitis) wird in der Regel nur dann in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen nicht erfolgreich waren und die Symptome über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Diese Operationen sind nicht die erste Wahl, da viele Patienten mit nicht-chirurgischen Maßnahmen gute Ergebnisse erzielen können.

Im Grunde genommen kann der Golferellenbogen bei jedem auftreten, der ungewohnt schwere körperliche Arbeit verrichtet, bei der viel gehoben und getragen wird, besonders wenn die Handfläche nach oben zeigt. Gewichtheber sind ebenfalls anfällig für diese Art von Beschwerden.

Der Golferellenbogen betrifft den inneren Teil des Ellenbogens und wird medizinisch als »mediale Epicondylitis« bezeichnet. Diese Erkrankung entsteht, wenn die Muskeln der Hand und des Handgelenks, die an der Innenseite des Ellenbogens ansetzen, entzündet sind.


Symptome des Golferellenbogens

  • Die Beschwerden entwickeln sich beim Golferellenbogen allmählich.

  • Es treten leichte Schmerzen beim Beugen oder Strecken des Ellbogens auf.

  • Die Schmerzen oder Steifheit nehmen während oder nach dem Golfspiel oder Training zu.

  • Es treten Schmerzen auf beim Händeschütteln, Tragen einer Aktentasche, Drehen eines Türknaufs oder bei allen Handbewegungen, die mit Heben oder Greifen zu tun haben.

    Der Griff und das Handgelenk werden schwächer.

  • Es kann Kribbeln in einem oder mehreren Fingern auftreten.


Betroffene, die unter diesen Beschwerden leiden, berichten bei der orthopädischen Untersuchung, dass sie starke Schmerzen verspüren, insbesondere wenn sie ihren Ellenbogen bewegen.

Viele Orthopädie-Experten bieten sowohl chirurgische als auch nicht-chirurgische, konservative Behandlungsmöglichkeiten für den Golferellenbogen an.

Die meisten Golferellenbogen-Fälle werden von Therapeuten sehr erfolgreich ohne Operation behandelt. Diagnostische Tests, Therapien und Beratungen können oft noch am selben Tag durchgeführt werden.

 

Operation beim Golferellenbogen

In den meisten Fällen ist eine Operation beim Golferellenbogen nur eine Ausnahme. Sie wird erst in Betracht gezogen, wenn die konservativen Behandlungen über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten keine Besserung zeigen und die Beschwerden fortbestehen. Das entscheidet der behandelnde Orthopäde.

Bei einem arthroskopischen Eingriff ritzt der Chirurg lediglich die entzündeten und angespannten Faserstränge der Muskelsehnen ein. Dadurch wird der Arm entlastet, und die Entzündung kann zurückgehen.

Zusätzlich prüft der Chirurg das Nervengeflecht um den Ellenbogen herum, das Schmerzsignale weiterleitet. Hierbei kann der Chirurg Nerven durchtrennen und veröden (Denervierung). Im Falle des Golferellenbogens wird auch der Ellennerv (Nervus ulnaris) sorgfältig untersucht. Wenn er eingeklemmt ist, schafft der Chirurg mehr Raum für den Nerven. Manchmal ist sogar eine Verlagerung des Nerven (Transposition) erforderlich.

 

Die Operation beim Golferellenbogen kann verschiedene Techniken beinhalten

Sehnenrekonstruktion: Hierbei wird die beschädigte Sehne repariert oder gestrafft.

Sehnenverpflanzung (Transposition): In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Sehne umzuleiten, um die Belastung auf den Ellbogen zu reduzieren.

Denervierung: Bei dieser Methode werden die Nervenfasern, die Schmerzsignale senden, durchtrennt oder verödet.

Arthroskopie: Hierzu verwendet man eine minimal-invasive Operationstechnik. Dabei macht man winzige Schnitte, um die geschädigte Sehne zu reparieren.

Die Operation beim Tennisellenbogen kann ähnliche Verfahren wie beim Golferellenbogen umfassen, darunter die Entfernung von geschädigtem Gewebe oder die Reparatur der betroffenen Sehnen.


Literatur:

Landesa-Piñeiro L, Leirós-Rodríguez R. Physiotherapy treatment of lateral epicondylitis: A systematic review. J Back Musculoskelet Rehabil. 2022;35(3):463-477. doi: 10.3233/BMR-210053. PMID: 34397403.

Ciccotti MC, Schwartz MA, Ciccotti MG. Diagnosis and treatment of medial epicondylitis of the elbow. Clin Sports Med. 2004 Oct;23(4):693-705, xi. doi: 10.1016/j.csm.2004.04.011. PMID: 15474230.

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