Identifizierung der Oxysterole – Cholesterinoxide

Cholesterinoxide – auch Oxysterole genannt – stellen toxische Substanzen dar, die auf zellulärer Ebene unterschiedliche biologische Effekte präsentieren.

Cholesterin kann durch Enzyme, Autoxidation oder durch Hitze, Licht sowie Bestrahlung relativ leicht oxidiert werden – dabei entstehen sogenannte Cholesterinoxide bzw. Oxysterole. Im Zuge dieser Oxidation kommt es primär zur Bildung von Hydroperoxiden im B-Ring oder in der Seitenkette, in geringem Ausmaß auch zur Dehydrierung der alkoholischen OH-Gruppe in 3β-Stellung. Sekundäre Prozesse führen anschließend zu einer Vielzahl weiterer Derivate. Bis heute sind über 80 verschiedene Oxysterole oder, wie sie im Englischen genannt werden, »Cholesterol Oxidation Products« (COPs) bekannt.

Cholesterinoxide – Oxysterole – stellen toxische Substanzen dar, die unterschiedliche biologische Effekte auf zellulärer Ebene zeigen. In einer Reihe von In vitro- und In vivo-Studien wurden neben der atherogenen Wirkung der Oxysterole auch cytotoxische, mutagene und cancerogene Wirkungen festgestellt.

Als Hauptprodukte der Cholesterin­oxidation wurden 7-Ketocholesterin, die beiden Epimere 5α,6α-Epoxid und 5β,6β-Epoxid, 7α- und 7β-Hydroxycholesterin, 25-Hydroxycholesterin und 3β-, 5α- 7β-Cholestantriol nachgewiesen.

 

Identifizierung der Cholesterin­oxide, Oxysterole

Es sind in der Literatur eine Reihe verschiedener Methoden – wie Dünnschichtchromatographie (DC), Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und Gaschromatographie (GC) – zum Nachweis dieser Oxysterole beschrieben. Die Gaschromatographie in Kom­bination mit der Massenspektrometrie erreichen eine hohe Empfindlichkeit sowie eine sichere Identifizierung der Cholesterin­oxide.

Einen wesentlichen Nachteil der Gaschromatographie gegenüber der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie stellt jedoch die Notwendigkeit der Derivatisierung dar. Bei Anwendung der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie sind Hydrolyse- und Derivatisierungsschritte im Gegensatz zur Gaschromatographie in Kom­bination mit der Massenspektrometrie nicht erforderlich.

Für die Detektion der Cholesterinoxide nach der Trennung mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie wurden bisher UV- oder RI- (Refractive Index)-Detektoren verwendet. UV-Detektoren sind jedoch nur bei jenen Substanzen einsetzbar, die UV-Licht absorbieren.

Nur vier der toxisch bedeutsamen Cholesterinoxide (7-Ketocholesterin, 25-Hydroxycholesterin, 7α-Hydroxycholesterin und 7β-Hydroxycholesterin) sind im UV-Licht detektierbar. 3β,5α,6β-Cholestantriol und die beiden Epimeren 5,6-Epoxycholesterin zeigen nur geringe bis gar keine Absorption im UV-Bereich.

Die Kombination von empfindlicherer und spezifischerer Detektion, wie dies beim Massenspektrometer der Fall ist, bietet eine Lösung für dieses Problem an. Die so genannte APCI-Technik (Atmospheric Pressure Chemical Ionization Interface, HPLC-APCI-MS) für die Analyse der toxiko­logisch relevanten Cholesterinoxide in verschiedenen Lebensmitteln tierischer Herkunft – wie Butter, Butterschmalz, Eipulver, Schweineschmalz –entwickelt. Durch die Verwendung dieser HPLC-APCI-Technik können die genannten Verbindungen ­selektiv und empfindlich in biologischen Matrices bestimmt werden. 

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