Samstag, Mai 18, 2024

Cryo-Ballon basierte Pulmonalvenenisolation (PVI) bei 75+

Die Cryo-Ballon basierte Pulmonalvenenisolation (PVI) ist bei älteren Patienten ≥75 Jahre im Vergleich zu jüngeren ähnlich so effektiv und sicher.

Vorhofflimmern ist mit höherer Sterblichkeit, Herzinsuffizienz, Apoplex und Hospitalisierung assoziiert. Die Inzidenz steigt mit dem Alter an. Und aufgrund des demographischen Wandels wird die Prävalenz von Vorhofflimmern auch in Zukunft weiter zunehmen. Die Pulmonalvenenisolation (PVI) ist der Eckstein der katheterbasierten Therapie von Vorhofflimmern. Die Radiofrequenz und 3D-Mapping basierte PVI hat gute Ergebnisse im Langzeit Erfolg zeigen können. Allerdings hat sie als komplexe Prozedur auch einige Limitationen wie zum Beispiel eine lange Lernkurve. Die Fire-and-Ice Studie konnte zeigen, dass die Cryo-Ballon-basierte Pulmonalvenenisolation zur Therapie von paroxysmalem Vorhofflimmern bzgl. des Ein-Jahres Erfolges der radiofrequenzbasierten nicht unterlegen ist. Und die Behandlung hat daher Einzug in die aktuellen Leitlinien gefunden.

Allerdings wurden in der Fire-and-Ice Studie Patienten >75-Jahre ausgeschlossen und bisher liegen nur spärliche Daten für diese Patientenpopulation vor.



 

Cryo-Ballon basierter Pulmonalvenenisolation bei Patienten ab einem Alter von 75 effektiv und sicher

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher die Cryo-Ballon basierter Pulmonalvenenisolation (PVI) bei ≥75 jährigen Patienten zu evaluieren und mit einer jüngeren Population zu vergleichen.

Primärer Endpunkt war die Effektivität im Sinne einer Rezidivfreiheit im 1-Jahres Follow-up. Sekundäre Endpunkte waren periprozedurale Komplikationen und die Prozedurzeit.

Insgesamt wurden 104 Patienten mit Alter ≥75 Jahre (ältere Gruppe) in 3 erfahrenen elektrophysiologischen Zentren in Deutschland mittels Cryo-Ballon der zweiten Generation behandelt. Die Daten wurden mit einer gematchten Kontrollgruppe mit einem Alter <75 Jahre (jüngere Gruppe) verglichen.

Der Median des Patientenalters in der älteren Gruppe lag bei 77.5 [75, 80] Jahren, der Median der jüngeren Gruppe bei 63 [52, 70] Jahren (p=0.0001). Der Median der Prozedurzeit lag bei 92.5 [75, 120] Minuten für die älteren Patienten und 100 [75, 120] Minuten für die jüngeren Patienten (p=0.124).

Major Komplikationen traten in 7/104 (6.7%) der älteren Patienten und in 7/104 (6.7%) der jüngeren Patienten auf (p=0.999). Die Rezidivfreiheit im 1-Jahr Follow-up lag bei 80% (95% CI: 72-88) für die älteren Patienten. Und 82% (95% CI: 75-90) für die Jüngeren (p=0.7).

Die vorliegenden Daten zeigen, dass die Cryo-Ballon-basierte Pulmonalvenenisolation bei älteren Patienten ≥75 Jahre im Vergleich zu jüngeren Patienten ähnlich gute Ergebnisse liefert. Und zwar in Bezug auf Effektivität und Sicherheit.




Literatur:

Kirchhof P, Benussi S, Kotecha D, Ahlsson A, Atar D, Casadei B, Castella M, Diener HC, Heidbuchel H, Hendriks J, Hindricks G, Manolis AS, Oldgren J, Popescu BA, Schotten U, Van Putte B, Vardas P, Authors/Task Force M, Document R. 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with EACTS: The Task Force for the management of atrial fibrillation of the European Society of Cardiology (ESC). Developed with the special contribution of the European Heart Rhythm Association (EHRA) of the ESCEndorsed by the European Stroke Organisation (ESO). Eur Heart J 2016.

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Kirchhof P, Benussi S, Kotecha D, Ahlsson A, Atar D, Casadei B, Castella M, Diener HC, Heidbuchel H, Hendriks J, Hindricks G, Manolis AS. Oldgren J, Popescu BA, Schotten U, Van Putte B, Vardas P, Agewall S, Camm J. Baron Esquivias G, Budts W, Carerj S, Casselman F, Coca A, De Caterina R, Deftereos S, Dobrev D, Ferro JM, Filippatos G, Fitzsimons D. Gorenek B, Guenoun M, Hohnloser SH, Kolh P, Lip GY, Manolis A, McMurray J. Ponikowski P. Rosenhek R, Ruschitzka F, Savelieva I, Sharma S, Suwalski P, Tamargo JL, Taylor CJ, Van Gelder IC, Voors AA, Windecker S, Zamorano JL, Zeppenfeld K. 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with EACTS. Eur Heart J 2016;37(38):2893-2962.


Quelle: Pressetext DGK 10/2018 – Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK),

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