Sonntag, März 3, 2024

Pollensaison 2016 startet turbulent

Sprunghaft präsentiert sich die Pollensaison 2016 und die Belastungslage für AllergikerInnen, denn der Pollenflug schwankt durch die unbeständigen Temperaturen.

 

Früher als sonst stäubt heuer schon die Esche, und auch die Birke könnte früh blühen. Sie wird ab Ende März mehr Pollen in die Luft abgeben als im Vorjahr. Die Therapie sollte heuer möglichst früh beginnen, um belastendes Asthma oder die Entstehung weiterer Allergien zu verhindern.

Dieser Winter war laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik der zweitwärmste in der knapp 250-jährigen Messgeschichte. „Die wechselnden Kalt- und Warmfronten wirkten sich auch auf die Pollensaison aus und sorgten für ein äußerst facettenreiches Frühjahr“, informiert Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst der MedUni Wien.

Die Therapie sollte heuer möglichst früh beginnen, um belastendes Asthma oder die Entstehung weiterer Allergien zu verhindern.

Aufgrund des milden Winters wäre der ohnehin schon relativ frühe Blühbeginn von Erle und Hasel zwar noch eher möglich gewesen, durch die Kälteeinbrüche wurde der Pollensaison-Start aber immer wieder gebremst.

„Dazu verlängert die bisher noch unbeachtete Purpurerle die Pollensaison. Sie blüht durch ihre sibirischen Gene bis zu zwei Monate vor ihren heimischen Verwandten und bereitet AllergikerInnen daher bereits ab Mitte Dezember Probleme. Durch ihre Verwandtschaft mit Hasel und Birke können auch bei Menschen mit diesen Allergien schon so früh Beschwerden auftreten. Dort wo die Purpurerle verbreitet ist, verkürzt sich die pollenfreie Zeit somit auf nur noch zwei Monate im Jahr.“

Die nächste Belastungswelle kommt nun mit der Esche, die vereinzelt an günstigen Standorten bereits zu blühen beginnt. „Es ist aber kein explosionsartiger Saisonbeginn zu erwarten, dafür ist das Wetter noch zu unbeständig“, so Bastl. Auch die Birke wird dieses Jahr etwas früher zu blühen beginnen.

 

Pollenmenge heuer deutlich über dem üblichen Schnitt erwartet

Abhängig vom Wetter der nächsten Woche müssen AllergikerInnen ab Mitte / Ende März mit ersten Belastungen rechnen. Die Pollenmenge wird heuer deutlich über dem üblichen Schnitt liegen. Wie AllergikerInnen darauf reagieren, hängt allerdings davon ab, wie die Pollensaison beginnt und verläuft.

„Wird es kontinuierlich wärmer, startet die Pollensaison zwar früh, dafür aber gemäßigt“, erklärt Bastl. „Erleben wir weiterhin starke Temperaturschwankungen, beginnt der Pollenflug sehr plötzlich oder steigt die Pollenmenge während der Flugzeit immer wieder sprunghaft an, ist zwar der Beginn hinausgezögert, die Belastungen werden jedoch bedeutend stärker erlebt als bei einem langsam ansteigenden Pollenflug.“

Pollenflug-Belastungskarte © IGAV
Pollenflug-Belastungskarte © IGAV

 

Pollenwarndienst fördert Früherkennung

Der Österreichische Pollenwarndienst hat eine langjährige Erfolgsgeschichte. Rund zwei Millionen Menschen greifen inzwischen jährlich auf die kostenlosen Services auf www.pollenwarndienst.at zu, die Pollen-App begleitet mehr als 240.000 AllergikerInnen durch die Pollensaison und die facebook-Seite hat über 7.000 Fans. Auch für die in der Allergie so wichtige frühe Erkennung hat die international renommierte Forschungseinrichtung Angebote parat.

„Acht bis neun Jahre dauert es im Schnitt, bis AllergikerInnen zu einer fachärztlichen Diagnose und adäquaten Therapie kommen. Das ist definitiv zu lange“, so Leiter Uwe E. Berger. Wenn die Beschwerden wie juckende Augen, eine rinnende oder verstopfte Nase und Niesattacken nach einer Woche nicht abklingen und jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit auftreten, sollten sie abgeklärt werden.

„Um AllergikerInnen die Entscheidung für einen Arztbesuch zu erleichtern, haben wir einen klinisch geprüften Selbsttest in unsere Pollen-App und die Webseite integriert.“ Der Fragebogen zeigt sehr zuverlässig die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer allergischen Atemwegserkrankung auf und ist einfach durchführbar. Außerdem steht eine praktische „Facharztsuche“ zur Verfügung.

„Mit diesen Services wollen wir einen Beitrag leisten, die Zeit vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur sinnvollen Therapie zu verkürzen und Asthmaerkrankungen zu verhindern“, so Berger. Neu im Angebot ist die Erweiterung der beliebten App um Prognosekarten, die Wettervorhersagen mit Vorhersagen von Pollenkonzentrationen verbinden und Belastungen grafisch anzeigen.

 

Quellen:

Ausblick auf die kommende Pollensaison 2016 und Überblick, wie eine Allergie erkannt und therapiert werden kann, von Allergie-ExpertInnen  des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien gemeinsam mit der Informationsplattform IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) im Rahmen der dieswöchigen Pressekonferenz.

http://www.allergenvermeidung.org/

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