Donnerstag, Juli 4, 2024

Internaionale Leitlinie Diabetes und Ramadan erklärt, was Diabetiker beachten müssen

Diabetes und Ramadan: Hilfestellung, ob ein Gläubiger mit Diabetes im Ramadan aufgrund seiner Gesundheit fasten kann, bietet die IDF-Leitlinie.

Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. In diesem Monat verpflichtet der Koran gesunde Erwachsene, die zudem sesshaft sind, zu fasten. Muslime mit Diabetes müssen zwar nicht fasten. Viele Gläubige möchten jedoch den Ramadan trotz chronischer Krankheit einhalten. Zu Diabetes und Ramadan raten Experten, dass Patienten wenn nur unter ärztlicher Begleitung fasten sollten, da sich der veränderte Essrhythmus auf den Blutzucker auswirken kann. Die diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe weist auf die IDF-Leitlinie zu Diabetes und Ramadan hin.

 

Diabetes und Ramadan

Während des Ramadan, der nun begonnen hat, fasten viele Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das heißt: kein Essen, kein Trinken und kein Geschlechtsverkehr während dieser Zeit. Auch auf Zigaretten verzichten sie. Teilweise essen und trinken sie daher übermäßig während der Nacht.

Trotz chronischer Erkrankung möchten zahlreiche Muslime mit Diabetes mitfasten. Viele Ärzte raten jedoch davon ab. Denn gerade bei Menschen mit Diabetes, aber auch bei Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen, können Fasten und verschobene Essgewohnheiten zu medizinischen Problemen führen. Im Grunde genommen sollten Menschen mit Diabetes jedenfalls vorab mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob sie fasten dürfen.

 

IDF-Leitlinie Diabetes und Ramadan

Die Leitlinie der International Diabetes Federation IDF gibt Ärzten dabei einen Leitfaden an die Hand, mittels dem sie einschätzen können, ob der Gesundheitszustand des Betroffenen für das Fasten geeignet ist sowie Tipps zur Ernährung und zum Management des Diabetes während des Fastenmonats. Wichtig für fastende Muslime mit Diabetes ist zum Beispiel, abends beim täglichen Fastenbrechen ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sonst droht der Körper auszutrocknen.

Um Stoffwechselentgleisungen zu verhindern, ist zu beachten, dass sich während des Ramadan der Tag-Nacht-Rhythmus umkehrt. Anstelle von drei Hauptmahlzeiten gibt es im Ramadan meist nur zwei. Dementsprechend müssen Menschen mit Diabetes die Diabetesbehandlung umstellen. Vorsicht ist vor allem in den Morgenstunden geboten. Denn Insulin und andere blutzuckersenkende Medikamente können bei gleicher Dosierung gefährliche Unterzuckerungen verursachen.

Wer trotz Diabetes fasten möchte, sollte sich daher an gewisse Regeln halten, um gefährliche Stoffwechselentgleisungen zu vermeiden. Unterzuckerungen kündigen sich häufig durch Schwitzen, Zittern oder Herzklopfen an. In solch einem Fall müssen Betroffene sofort das Fasten brechen und Traubenzucker essen, Cola oder Fruchtsaft trinken. Außerdem sollten Menschen mit Diabetes während des Ramadan öfter als üblich den Blutzucker zu messen.

Als Faustregel gilt: „Ist der Blutzuckerwert niedriger als 3.3mmol/l oder höher als 16mmol/l, muss das Fasten sofort beendet werden.“

Damit der Stoffwechsel nicht durcheinander kommt, muss in Absprache mit dem Arzt während des Ramadans auch die Medikation an den neuen Ess-Rhythmus angepasst werden. Denn häufig essen fastende Muslime mit Diabetes nach Sonnenuntergang üppiger als zur restlichen Zeit des Jahres.


Literatur:

Hassanein M, Al-Arouj M, Hamdy O, et al. Diabetes and Ramadan: Practical guidelines. Diabetes Res Clin Pract. 2017;126:303‐316. doi:10.1016/j.diabres.2017.03.003

Aydinkoc-Tuzcu K, Schindler K, Sat S, Berger F, Ludvik B, Fasching P. Migration und Diabetes (Update 2019) [Migration and diabetes (Update 2019)]. Wien Klin Wochenschr. 2019;131(Suppl 1):229‐235. doi:10.1007/s00508-019-1446-0


Quellen:

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe – Leitlinie der International Diabetes Federation (IDF):

http://www.idf.org/guidelines/diabetes-in-ramadan

Deutschen Diabetes Gesellschaft.

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