Laut Britischer Definition (NICE) bezeichnet man als Long-COVID jene Symptome, die mehr als vier Wochen nach der akuten COVID-19-Erkrankung bestehen, hingegen beschreibt man als Post-COVID das Krankheitsbild ab der 12. Woche nach der urspruĢnglichen Infektion.
Wohin soll man sich bei Long- und Post-COVID wenden? Mehrere Fachgesellschaften verƶffentlichen erste Patientenleitlinie zu MuĢdigkeit, Erschƶpfung, Konzentrationsstƶrungen. Denn zehn bis 15 Prozent der Patientinnen und Patienten klagen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 uĢber mehr als 200 Long- und Post-COVID-Symptomen.
Patientenleitline uĢber aktuelle Symptome von Long- und Post-COVID
Im Grunde genommen bezeichnet man langfristig bestehende Symptome wie MuĢdigkeit, Erschƶpfung, Konzentrationsstƶrungen als Long- oder Post-COVID-Syndrom. Wobei Betroffene hƤufig nicht wissen, was sie tun sollen oder an wen sie sich wenden kƶnnen.
Die Deutsche Gesellschaft fuĢr Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) hat deshalb zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Betroffenen die neue Patientenleitlinie āLong-/Post-COVID-Syndromā verƶffentlicht. Diese soll sich speziell an Betroffene und Angehƶrige richten.
Die Leitlinie gibt einen Ćberblick uĢber aktuelle Symptome der Erkrankung und zeigt auf, was Erkrankte tun kƶnnen, um mit den Beschwerden zurechtzukommen. Die Patientenleitline steht auf der Website der AWMF unter https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-027.html zum Download bereit.
Statements und Fragen
In Folge meiner Infektion leide ich unter Denk- und Konzentrationsstƶrungen. Was hat das zu bedeuten? Wird sich das wieder bessern? Was kann ich gegen Fatigue unternehmen? Seit meiner COVID-19-Erkrankung habe ich hƤufig Kopfschmerzen. Woher kommt das? Was kann ich gegen die Riechstƶrungen tun? An wen wende ich mich jetzt?
Diese und weitere Fragen von Erkrankten beantwortet die neue Patientenleitlinie, die sich auf die Ƥrztliche S1- Leitlinie āLong-/Post-COVIDā stuĢtzt. āAn der Leitlinie waren nicht nur Ćrztinnen und Ćrzte, sondern auch Betroffene und Selbsthilfegruppen beteiligtā, sagt Dr. med. Christian Gogoll, federfuĢhrender Koordinator der Patientenleitlinie. āDas Ergebnis ist ein allgemeinverstƤndlicher Ćberblick, der ganz explizit auf die Themen eingeht, die Long- beziehungsweise Post- COVID-Patienten beschƤftigen.ā Neue beziehungsweise direkt nach einer COVID-19-Infektion entstandene und anhaltende Symptome werden als Long- oder Post-COVID bezeichnet.
Laut Definition des Britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) werden als Long-COVID Beschwerden beschrieben, die mehr als vier Wochen nach der akuten COVID-19-Erkrankung bestehen. Post-COVID hingegen beschreibt das Krankheitsbild ab der 12. Woche nach der urspruĢnglichen Infektion.
Personen, die sich Sorgen uĢber ihren Gesundheitszustand im Zusammenhang mit COVID- 19 machen, sollten ā unabhƤngig davon, ob sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden ā einen Arzt aufsuchen.
FuĢr Patienten, die an COVID-19 erkrankt waren, empfiehlt sich generell ein Nachsorgetermin
āIn erster Instanz sollten Patienten immer eine Hausarztpraxis kontaktieren. Idealerweise die, in der sie bereits bekannt sind und die ihre Krankengeschichte kenntā, so Gogoll. āDieses Vorgehen verhindert, dass sich Betroffene bei unterschiedlichen Spezialisten vorstellen und, auf sich allein gestellt, von Termin zu Termin durchkƤmpfen muĢssen. Vom Hausarzt werden die Patienten ausfuĢhrlich kƶrperlich untersucht und je nach Beschwerden, die bei Long- und Post-COVID vielfƤltig sind, gezielt weitere Untersuchungen wie erweiterte Lungenfunktionstests oder ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgefuĢhrt beziehungsweise veranlasst.ā
Wenn FachƤrzte wie Pneumologen, Kardiologen oder Psychosomatiker aufgesucht oder Behandlungen in unterschiedlichen Ambulanzen, Physio- und Ergotherapie oder RehamaĆnahmen vorgenommen werden muĢssen, kƶnnen die Hausarztpraxen dorthin uĢberweisen.
Die DGP mƶchte mit der Patientenversion der Long-/Post-COVID-Leitlinie vor allem die Betroffenen selbst aufklƤren. āPatienten sollten sich daruĢber bewusst sein, dass anhaltende Symptome auch nach einem milden und moderaten COVID-19-Verlauf mƶglich sindā, sagt Professor Dr. med. Torsten Bauer, PrƤsident der DGP. āDie Symptome bilden sich bei einem GroĆteil der FƤlle im Verlauf einiger Wochen bis Monate vollstƤndig zuruĢck. Meist bleiben keine bleibenden SchƤdenā, ergƤnzt Professor Dr. med Claus Vogelmeier, Vorsitzender der DLS.
Quelle: https://pneumologie.de


