Samstag, Mai 25, 2024

Neue App easyDOAC hilft schnell und übersichtlich bei Auswahl und Dosierung von Gerinnungshemmern

Die neue App easyDOAC hilft ÄrztInnen und ApothekerInnen bei der schnellen und übersichtlichen Auswahl und Dosierung von Gerinnungshemmern.

Die kostenlose Online- und Offline-Nutzung der neuen App easyDOAC auf Smartphone, Tablet und PC unterstützt ÄrztInnen und ApothekerInnen schnell und übersichtlich bei der Auswahl und der Dosierung von Gerinnungshemmern. Dabei bietet die App eine Entscheidungshilfe bei der Verschreibung von bestimmten Antikoagulanzien. Die Anwendung hat eine leichte Bedienung, bietet eine übersichtliche Unterstützung für Klinikalltag und Praxis sowie eine erhöhte Sicherheit für Patienten.

 

Mit App oder Web-Informationssystem zur sicheren Arzneimittel-Therapie

Seit mehr als 20 Jahren entwickelt das Team der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) digitale Unterstützungssysteme mit dem Ziel, Dosierungsfehler und Wechselwirkungen bei medikamentösen Therapien zu vermeiden. Für Patienten bedeutet das: gesicherte Wirksamkeit ohne vermeidbare Nebenwirkungen, für verschreibende Ärzte: verlässliche Orientierungshilfe bei einer Vielzahl möglicher Medikamente. Aktuell haben die Heidelberger Wissenschaftler:innen um Prof. Dr. Walter E. Haefeli gemeinsam mit Partnern der Firmen Daiichi Sankyo und Bayoonet AG mit easyDOAC eine webbasierte App entwickelt, die bei Auswahl und Dosierung bestimmter Gerinnungshemmer unter anderem bei Vorhofflimmern unterstützt. Nach Eingabe einiger wesentlicher Informationen zum Patienten erhalten Nutzer sofort Vorschläge für die in der jeweiligen Situation zugelassenen Arzneimittel, die individuell angepassten Dosierungen sowie Warnungen zu kritischen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Die App steht ab sofort Ärzt:innen und Apotheker:innen kostenlos unterwww.easydoac.de zur Verfügung. Sie eignet sich zur Online- und Offline-Nutzung auf Smartphone, Tablet und PC.

 

Dosierungsfehler und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vermeiden

Bei Vorhofflimmern schützt die Einnahme bestimmter Gerinnungshemmer davor, dass sich im Herzen Blutgerinnsel bilden und – mit dem Blutstrom weitertransportiert – z. B. Schlaganfälle verursachen. Diese sogenannten direkten, nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (DOAK) gehören heute weltweit zur Standardtherapie bei erwachsenen Patienten mit bestimmten Formen von Vorhofflimmern. Vor allem für alternde Patienten ist eine regelmäßige Anpassung der Dosierung wichtig, da sich bei ihnen mit der Zeit Stoffwechsel und Nierenfunktion, aber auch die Einnahme zusätzlicher Medikamente zur Behandlung weiterer Erkrankungen verändern. „Dosierungsfehler bei DOAK können gravierende Folgen für die Wirksamkeit der Therapie und die Lebensqualität der Patienten haben“, erläutert Prof. Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie am UKHD. „Da kein Arzt oder Apotheker alle entsprechenden Informationen zu möglichen Medikamenten und deren Dosisanpassungen im Kopf haben kann, ist der Bedarf an konkreten Entscheidungshilfen bei der Auswahl und Dosierung groß.“

 

Am Patientenbett oder im Behandlungszimmer immer verfügbar, unkompliziert, schnell und sicher

Um diesen Bedarf zu bedienen, entwickelte er mit seinem Team die Idee einer frei verfügbaren, übersichtlichen, intuitiv bedienbaren, digitalen State-of-the-Art-Lösung für Angehörige der Heilberufe. Die Progressive Web-App (PWA) bezieht ihre Informationen aus geprüften Quellen, die vom Arzt oder Apotheker durch Eingabe der Patientenmerkmale Alter, Gewicht, Nierenfunktion und Medikation gefiltert werden. Besondere Risiken und Wechselwirkungen werden ebenso angezeigt wie Informationen zu Tagestherapiekosten oder Nutzenbewertung. „Wenn komplizierte Zusammenhänge gut aufbereitet werden, verlieren sie ihren Schrecken“, so Haefeli. „Die App kann direkt am Bett des Patienten, auf der Station oder im Behandlungszimmer der Praxis angewendet werden – immer verfügbar, unkompliziert, schnell und sicher.“ Mit seinem Team entwickelte er unter anderem bereits das Arzneimittel-Informationssystem „AiDKlinik“, das Informationen zu allen auf dem Markt befindlichen Medikamenten und Packungen bereitstellt und Entscheidungsunterstützung für besondere Herausforderungen heutiger Therapien (z. B. Wechselwirkungen) bietet.


Quelle:

Universitätsklinikum Heidelberg: www.uni-heidelberg.de

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