Donnerstag, Juni 13, 2024

Arthrose erkennen und behandeln

Schmerzfreie und selbstständige Mobilität ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität im Alter. Gelenkerkrankungen wie Arthrose sollten deshalb rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Vorbeugende Maßnahmen können bereits in jüngeren Jahren ergriffen werden.

Bei der Arthrose handelt es sich um eine richtiggehende Volkskrankheit. Denn immerhin sind laut Erhebungen etwa 1,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher von diesem Gelenkverschleiß und den damit einhergehenden Knochenveränderungen betroffen. Arthrose-Anzeichen im Anfangsstadium finden sich bereits bei jedem zweiten Patienten ab 35 Jahren. Ab dem 60. Lebensjahr sind dann bereits jede zweite Frau und jeder dritte Mann betroffen.

 

Primäre und sekundäre Arthrose

Bei der Arthrose bildet sich der Gelenkknorpel zurück, wodurch er seine stützende und schützende Funktion im Gelenk nicht mehr erfüllen kann. Die Arthrose ist also vereinfacht gesagt eine Abnutzung der Gelenke. Diese kann einerseits altersbedingt sein, andererseits aber auch durch äußere Faktoren ausgelöst werden. Wenn keine konkreten Gründe für den Verschleiß erkennbar sind, sprechen Ärzte von einer „primären Arthrose“. Das trifft etwa auf die Abnutzung des Knorpels im Alter zu. Können allerdings klare Ursachen und Risikofaktoren benannt werden, spricht man von einer „sekundären Arthrose“.

 

Ursachen für Arthrose

Zu diesen bekannten Ursachen und Risikofaktoren zählen berufliche oder sportliche Überbelastung der betroffenen Gelenke, Überlastung durch Übergewicht, vergangene Meniskus- und Bänderverletzungen, angeborene Knorpelfehlfunktionen oder Fehlstellungen sowie Knorpelschäden durch frühere Frakturen und Gelenkentzündungen. Wollen Sie unkompliziert und schnell Ihr persönliches Arthrose-Risiko einschätzen, bietet sich der kompakte Online Arthrose-Check an, den das Knorpelzentrum Wien kostenlos zur Verfügung stellt.

 

Latente und aktivierte Arthrose

Die Arthrose wird häufig mit der Arthritis verwechselt. Im Gegensatz zu dieser ist die Arthrose aber keine primär entzündliche Erkrankung. In ihrem entzündungsfreien Stadium wird sie als „stumme“ oder latente Arthrose bezeichnet. Ein Problem bei dieser degenerativen Gelenkerkrankung ist, dass sie in diesen frühen Phasen aufgrund fehlender Beschwerden oft nicht erkannt wird. Schreitet der Krankheitsverlauf aber weiter voran, kann es durch das abgeriebene Knorpelmaterial zu Entzündungen mit Schwellungen und Schmerzen kommen. Dann sprechen Mediziner von der aktivierten Arthrose.

 

Arthrose erkennen

Die ersten Symptome machen sich oft erst Jahre nach Krankheitsbeginn bemerkbar. Am Anfang ist es meist ein Belastungsschmerz, der sich im Laufe der Zeit verstärkt. Hinzu kommen ein Steifheitsgefühl im Gelenk sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit. Spätestens dann sollte man einen Facharzt aufsuchen, wie Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits vom Knorpelzentrum Wien betont. „Fachärzte können mithilfe einer genauen Anamnese, einer orthopädischen Untersuchung und mit bildgebenden Verfahren feststellen, ob es sich um eine Arthrose handelt“, sagt der Knorpelspezialist aus Wien. Durch zusätzliche Bluttest lassen sich zudem andere Krankheiten wie Gicht oder rheumatoide Arthritis ausschließen.

Arthrose © Ladanifer / shutterstock.com
Arthrose © Ladanifer / shutterstock.com

Arthrose-Stadien

Neben der Diagnose der Arthrose wird auch der Schweregrad der Gelenkerkrankung festgestellt. Während bei Grad I erst ein langsamer Elastizitätsverlust des Knorpels ohne weitere sichtbare Auffälligkeiten bemerkbar ist, reiben beim letzten Grad IV bereits die Knochen direkt aufeinander, da die Knorpelschicht nahezu komplett abgebaut ist. Daher ist bei Grad IV-Arthrose der Einsatz einer Gelenkprothese meist der einzige Ausweg.

 

Behandlung von Arthrose

In den früheren Stadien der Krankheit stehen den Medizinern aber durchaus noch weniger gravierende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dabei reicht die Bandbreite in spezialisierten Ordinationen wie dem Knorpelzentrum Wien von konservativen Therapien mit Medikamenten über Hyaluronsäureinjektionen bis hin zu operativen Methoden. Welche davon im individuellen Fall die richtige ist, entscheiden die Fachärzte aufgrund der Ausprägung und Lokalisierung der Arthrose.

 

Vorbeugung

Haben Sie im Online Arthrose-Test ein erhöhtes Risiko festgestellt, heißt das nicht zwangsläufig, dass Sie sich einer Operation unterziehen müssen. Denn gerade bei der Arthrose können die Patienten selbst auch einiges dazu beitragen, dass sich die Gelenkerkrankung nicht verschlimmert. Wirksame Vorbeugung kann schon in Form der richtigen, gesunden Ernährung passieren. Denn unsere Gelenkknorpel werden über die Gelenkflüssigkeit – die Synovia – mit Nährstoffen versorgt. Daher ist es wichtig, dass Patienten auf eine ausgewogene Ernährung mit folgenden Mikronährstoffen achten: Vitamin C, Vitamin E, Kupfer, Mangan, Zink, Selen, Kalzium, Vitamin D, Vitamin K, Glucosamin, Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure und Kollagen. Um eine arthrosegerechte Ernährung zu unterstützen, kann die Einnahme von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll. Auch zu diesem Thema beraten sich Fachärzte für Knorpelerkrankungen.


Quelle: Knorpelzentrum Wien – Zentrum für Knorpelregeneration, Orthobiologie und Gelenkserhalt

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