Dienstag, Mai 28, 2024

Herpes labialis (Fieberblasen): Zink und Heparin bei Herpes-Infektionen

Besonders nach dem Aufplatzen von Fieberblasen (Herpes labialis) hilft eine Zink-Heparin-Salbe, wobei der Zusatz von Heparin die Zink-Wirkung verstärkt.

Wenn man eine Substanz zur Behandlung von Herpes-Infektionen verstärkt einsetzt, so kann das zur Ausbreitung resistenter Herpes-simplex-Virus-Stämme und damit zu einem Misserfolg der Behandlung in dieser wichtigen Indikation führen. Hierzu sind allen voran drei Substanzen zur Behandlung von Herpes labialis (Fieberblasen, Herpes-simplex-Virus) rezeptfrei erhältlich, und zwar Zink (Zinksulfat), Heparin sowie Aciclovir. Eine bewährtes Mittel gegen Herpes-Infektionen ist bespielsweise die Zink-Heparin-Salbe.

Experimente zeigen, dass Heparin auch nach 20 Passagen seine Aktivität beibehält, während Aciclovir nach nur einer Passage ein vollständig resistentes Herpes-Virus produziert. Die Inaktivierung von freiem Herpes-simplex-Virus durch Zinksulfat wird nach seriellen Passagen reduziert. Diese partielle Resistenz verschwindet jedoch spontan wieder und kann als klinisch irrelevant angesehen werden.

In Bezug auf die Wirksamkeit von Medikamenten scheint bei Herpes die Kombination aus Zink und Heparin dem Zinksulfat allein überlegen zu sein. Die Verwendung von Aciclovir sollte man auf schwere Fälle von Herpes-Infektionen beschränken.



 

Zink und Heparin

Neben ihrer virusstatischen Eigenschaften eignen sich altbewährte Präparate mit Zink und Phenol auch in der Abheilungsphase der Herpes simplex-Infektion hervorragend. So besitzt Zink neben seinen antiviralen Eigenschaften auch eine heilungsfördernde, adstringierende Wirkung – die Anwendung ist bei nässenden Ausschlägen und infizierten Wunden bestens geeignet.

 

Zink-Heparin-Salbe bei Herpes-Infektionen

Besonders nach dem Aufplatzen von Fieberblasen sind Zink-hältige Heilsalben empfehlenswert, wobei der Zusatz von Heparin die Wirkung intensiviert. Neben der Förderung der Wundheilung besitzt eine Zink-Heparin-Salbe zusätzlich eine antiseptische Wirkung gegen das Entstehen begleitender bakterieller Superinfektionen.

Zink-hältige Cremes bzw. Gels bewirken bei mehrmals täglichem Auftragen ein Austrocknen der Fieberblasen. Dabei wird das Ausbreiten des Erregers auf gesunde Hautpartien verhindert.

 

Frühzeitig anwenden

Mehrere Studien konnten jedenfalls bereits zeigen, dass das Zink-Sulfat die Herpes simplex-Infektion bei frühzeitiger Anwendung inaktivieren kann. Besonders in der akuten Phase der Herpes-Infektion sollte deswegen die topische Anwendung von Zink die Behandlung unterstützen. Und zwar mit einer oralen Verabreichung von täglich 50 mg Zin. Auch topische Verabreichungen enthalten dabei Zinkionen. Diese lagern sich an der Virushülle ab und verhindern somit die Bindung der Erreger an die Zellrezeptoren der Wirtszelle.

 

Verstärkt die Wirkung bei Herpes labialis

Im Grunde genommen intensiviert der Zusatz von Heparin die virustatische Wirkung von Zink. Wobei das Andocken des Herpes simplex-Virus an die Zellmembranen zu Beginn der Infektion erfolgt. Hierzu über die viralen Glykoproteine B sowie C, die an die zellulären Heparansulfat-Proteoglykane binden. Anschließend fusioniert die virale Umhüllung mit der Zellmembran. Und zwar ist das ein Prozess, den verschiedene weitere Rezeptoren der Zellmembranen kontrollieren. (gB, gD und der gH-gL Komplex).




Literatur:

Widener RW, Whitley RJ. Herpes simplex virus. Handb Clin Neurol. 2014;123:251-63. doi: 10.1016/B978-0-444-53488-0.00011-0. PMID: 25015489.

Kümel G, Turley H, Brendel M. Zink-Sulfat und Heparin zur lokalen Therapie von Herpes. Antiherpetika, die nicht zur Auswahl von HSV-Varianten führen. Fortschr Med. 1995, 30. Mai; 113 (15): 235-8.

Whitley RJ, Roizman B. Herpes simplex virus infections. Lancet. 2001;357(9267):1513‐1518. doi:10.1016/S0140-6736(00)04638-9


Quelle:

Lena Abensberg. Zink und Heparin bei Herpes-Infektionen (Herpes labialis, Fieberblasen). Medmix online 2020

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