Dienstag, Juli 9, 2024

Ursachen für und Mittel gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen

Die Weibliche Lustlosigkeit beziehungsweise die Ursachen für und mögliche Mittel gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen spielen heute in der Sexualmedizin eine große Rolle.

Jede dritte Frauen ist im Laufe ihres Lebens von sexueller Unlust betroffen. Bei jeder zehnten Frau ist diese Lustlosigkeit mit einem persönlichen Leidensdruck verbunden. Die möglichen Ursachen für diese sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen sind mannigfaltig. Allerdings sind die Behandlungsmöglichkeiten äußerst beschränkt. Bei so manchen Frauen können aber Nahrungsmittel sowie pflanzliche Arzneimittel mit aphrodisierenden Wirkmechanismen als Mittel gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Fraueneine wertvolle Hilfestellung leisten.

 

Sexuelle Lustlosigkeit war lange Zeit ein Tabuthema. Verzweifelte Frauen, die dennoch den Mut fanden, ihren Arzt diesbezüglich aufzusuchen, trafen häufig auf Ratlosigkeit. Denn zum einen wurde früher in der medizinischen Ausbildung der Umgang mit insbesondere weiblichen Sexualproblemen nicht gelehrt, zum anderen fehlte es an Behandlungsmöglichkeiten. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren doch deutlich verbessert.

 

Mögliche Ursachen für sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen

In einem ersten Schritt sollte ein Therapeut die mögliche Ursachen für die sexuelle Lustlosigkeit bei betroffenen Frauen identifizieren. Wobei die Ursachen für sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen sowohl organischer als auch psychischer und sozialer Natur sein.

Zu den Hauptursachen gehören Depression, Erschöpfung (aufgrund der hohen Anforderungen im Berufs- und Privatleben), Inkontinenz, Schilddrüsenerkrankungen (Über- oder Unterfunktion), chronische Erkrankungen sowie hormonelle Veränderungen. Letztere betreffen insbesondere Frauen in den Wechseljahren.

Durch den Abfall von Östrogen kann es zu einer verminderten Durchblutung im Genitalbereich kommen. Darüber hinaus können das Ansprechen auf sexuelle Stimuli sowie die Erregbarkeit im Genitalbereich sinken.

Bei einem Großteil der betroffenen Frauen liegen die Ursachen eher im nichtorganischen Bereich. Dazu gehört u.a. mangelnde Kommunikation mit dem Partner. Vielfach steht die Bewältigung des Alltags mit Kindern, Haushalt und Beruf im Vordergrund, der Austausch mit dem Partner über nicht nur materielle, sondern auch sexuelle Bedürfnisse wurde nie gelernt oder gerät in den Hintergrund. Darüber hinaus verändert der Beziehungsalltag per se die Sexualität – nicht zu Unrecht heißt es, der Alltag sei ein Lustdämpfer.

 

Drei Grundtypen

Im Grunde genommen können drei Frauentypen unterschieden werden:

  • Für die erste Gruppe ist typisch, dass sie Sex grundsätzlich liebt, aber kein Bedürfnis mehr danach verspürt. Die Frauen merken, dass sie nicht mehr wie früher sind, finden das traurig und würde gerne wieder Anschluss an frühere Empfindungen bekommen.
  • Die zweite Gruppe hat keinen Appetit auf Sexualität und würde auch gut ohne Sex auskommen. Sie empfinden die Bedürfnisse des Partners häufig als Belastung, möchten ihn aber nicht verlieren. Es handelt sich dabei eher um Frauen, die sich grundsätzlich nicht sehr sexuell definieren.
  • Bei der dritten Gruppe ist die Sexualität v.a. durch körperliche Veränderungen beeinträchtigt. Die genitale Durchblutung ist verringert und die Reaktionsfähigkeit auf sexuelle Reize reduziert.

 

Mittel gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen

Die Therapieoptionen richten sich nach der auslösenden Ursache. Organische Erkrankungen sollten gezielt behandelt werden. Bei Frauen, die den Anschluss an ihr normales sexuelles Gefühl verloren haben, könnten im Gehirn ansetzende Wirkstoffe möglicherweise helfen. Das können beispielsweise auch Antidepressiva sein, wenngleich für diese Indikation keine Medikamente zugelassen sind.

Bei Frauen mit körperlichen Veränderungen wie beispielsweise reduzierter genitaler Durchblutung könnten eventuell Potenzmittel helfen. Die sind jedoch in dieser Indikation ebenfalls nicht zugelassen.

Es gibt jedoch Hilfe aus der Natur. Und zwar sind das Mittel – nämlich Arzneipflanzen sowie Nahrungsmittel – gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen, die bekanntermaßen eine aphrodisierende Wirkung haben. Oft stimulieren diese das Gehirn und die Genitalien. Sie verringern oft auch die Stresskomponente.

 

Partner in die Behandlung miteinbeziehen

Im Grunde genommen ist es für viele Patientinnen – unabhängig von der jeweiligen medikamentösen Verordnung – hilfreich, wenn der Therapeut den Partner miteinbezieht. Oft genügt bereits ein gemeinsames Gespräch über die tatsächlichen sexuellen Erwartungen beider Partner. Denn beispielsweise denken Männer häufig ganz anders, als die Frauen glauben.

Eine Verbesserung der Kommunikation führt häufig dazu, dass sich ein Paar wieder vermehrt zueinander entwickelt. Und das trägt dann wesentlich dazu bei, dass eine Therapie rascher und effizienter wirkt.


Literatur:

Motta-Mena NV, Puts DA. Endocrinology of human female sexuality, mating, and reproductive behavior. Horm Behav. 2017 May;91:19-35. doi: 10.1016/j.yhbeh.2016.11.012. Epub 2016 Nov 17.

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