Donnerstag, Juni 13, 2024

Vitamin C ist gesund, unentbehrlich und stärkt das Immunsystem

Vitamin C ist gesund und stärkt das Immunsystem, ist aber auch wichtig für den Stoffwechsel und für jede Zelle, Vitamin C-Mangel sollte man vermeiden.

Dass das Vitamin C essenziell für unseren Körper ist, zeigte sich spätestens dann, als die Zusammenhänge bestimmter Mangelernährung mit Skorbut erforscht worden waren. Nach und nach entdeckte man, dass das Vitamin C beispielsweise unentbehrlich für Immunsystem und Stoffwechsel sowie für jede einzelne Zelle ist. Heute weiss man, dass das Vitamin C die Abwehrkräfte und das Immunsystem stärkt! Historisch gesehen basiert auf den Vitamin C-Mangel und einer Supplementierung bei Skorbut in frühen Zeiten eben auch allgemein die Unterstützung des Immunsystems durch Mikronährstoffe.

Inzwischen konnte die Wissenschaft feststellen, dass das komplexe, integrierte Immunsystem mehrere spezifische Mikronährstoffe benötigt. Und dazu gehören die Vitamine A, D, C, E, B6 und B12, Folsäure, Zink, Eisen, Kupfer sowie Selen. Diese Mikronährstoffe spielen eine wichtige, oft synergistische Rolle in jedem Stadium der Immunantwort. Deswegen sind ausreichende Mengen wichtig, um die ordnungsgemäße Funktion der physischen Barrieren und Immunzellen sicherzustellen.

 

 

Die tägliche Aufnahme von Mikronährstoffen, die zur Unterstützung der Immunfunktion erforderlich ist, kann jedoch höher sein als die aktuell empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel.

Bestimmte Bevölkerungsgruppen haben eine unzureichende Aufnahme von Mikronährstoffen über die Nahrung. Zudem verringern Situationen mit erhöhten Anforderungen – wie beispielsweise Infektion, Stress sowie Umweltverschmutzung – die Speicher im Körper weiter. Einige Mikronährstoffe können mangelhaft sein, und selbst ein geringfügiger Mangel kann das Immunsystem beeinträchtigen.

Obwohl widersprüchliche Daten vorliegen, deuten die verfügbaren Daten darauf hin, dass die Ergänzung mit mehreren Mikronährstoffen mit immununterstützenden Funktionen die Funktion des Immunsystems modulieren und das Risiko für Infektionen verringern kann.

Mikronährstoffe mit den stärksten Anzeichen für eine Unterstützung der Abwehrkräfte und des Immunsystems sind die Vitamine C und D sowie Zink.

Hierzu müssen sich weitere klinische Studien am Menschen mit der Dosierung und Kombination von Mikronährstoffen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen befassen. Das ist erforderlich, um die Vorteile einer Mikronährstoff-Supplementierung gegen Infektionen belegen zu können. Beispielsweise weiss man, dass mit zunehmendem Alter des Menschen das Risiko und die Schwere von Infektionen varriert. Und zwar entsprechend der Immunkompetenz je nachdem, wie sich das Immunsystem entwickelt, reift und abnimmt.

Im Grunde genommen beeinflussen verschiedene Faktoren das Immunsystem und seine Kompetenz, einschließlich der Ernährung. Es besteht eine starke Beziehung zwischen Ernährung, Infektion und Immunität. Veränderungen in einer Komponente wirken sich auf die anderen aus. Beispielsweise können unterschiedliche Immunmerkmale, die in jedem Lebensstadium vorhanden sind, die Art, Häufigkeit und Schwere von Infektionen beeinflussen. Unter dem Strich beeinträchtigt eine schlechte Ernährung die Immunfunktion und kann das Infektionsrisiko erheblich erhöhen.

 

Vitamin C für starke Abwehrkräfte und eine effektives Immunsystem

Das Vitamin C stärkt das Immunsystem, indem es verschiedene Zellfunktionen sowohl des angeborenen als auch des adaptiven Immunsystems unterstützt. Ein Mangel an Vitamin C beeinträchtigt hingegen das Immunsystem und erhöht die Infektanfälligkeit. Infektionen wirken sich wiederum aufgrund des erhöhten Entzündungs- und Stoffwechselbedarfs erheblich auf den Vitamin-C-Spiegel aus. Darüber hinaus scheint die Einnahme von Vitamin C sowohl Atemwegsinfektionen als auch systemische Infektionen zu verhindern und zu behandeln.

Die Vorbeugung von Infektionen erfordert einerseits eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr über die Nahrung. Andererseits braucht man zur Behandlung bestehender Infektionen signifikant höhere (Gramm-)Dosen des Vitamins, um die erhöhte Entzündungsreaktion und den erhöhten Stoffwechselbedarf auszugleichen.

 

 

Der Mensch kann Vitamin C nicht selbst herstellen

Das wasserlösliche Vitamin C spielt für Immunsystem, Stoffwechsel sowie für jede Zelle eine wichtige Rolle. Das Antioxidans ist wesentlich für die Kollagenbiosynthese, den Carnitin- und Katecholamin-Stoffwechsel sowie die Eisenaufnahme aus der Nahrung. Allerdings ist der Mensch nicht in der Lage, Vitamin C zu produzieren. Daher wird es ausschließlich durch die Zufuhr von Obst und Gemüse über die Nahrung aufgenommen. Hierzu helfen uns Zitrusfrüchte, Beeren, Tomaten, Kartoffeln sowie grünes Blattgemüse ausgezeichnete Quellen für Vitamin C.

 

Vitamin-C-Mangel, Immunsystem, Stoffwechsel, Zellschutz

Ein Vitamin-C-Mangel entsteht in der Regel bei verminderter Aufnahme oder wenn der Körper mehr davon braucht. bei erhöhtem Bedarf oder Verlusten. Der tägliche Bedarf steigt beispielsweise  bei Patienten mit Erkrankungen wie Gingivitis, Asthma, Glaukom, Kollagenstörungen, Hitzschlag, Arthritis, Infektionen sowie chronischen Erkrankungen wie auch Krebs. Bei der Infektionen sind vor allem Lungenentzündung, Sinusitis und rheumatisches Fieber zu nennen.

Hämovaskuläre Störungen, Verbrennungen und verzögerte Wundheilung führen ebenfalls zu einer Erhöhung der täglichen Zufuhr. Zu den Personen, bei denen das Risiko für Vitamin-C-Mangel, gehören auch Menschen bestimmter Gruppen, wie beispielsweise:

  • Die Älteren
  • Menschen mit Suchtverhalten wie Raucher, Alkoholiker und solche mit Magersucht
  • Menschen mit bestimmten Nahrungsmittelallergien
  • Empfangen einer nicht ergänzten parenteralen Ernährung
  • Personen mit eingeschränkter Ernährung infolge einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, eines gastrointestinalen Reflux oder einer Whipple-Krankheit
  • Einnahme von Medikamenten wie Aspirin, Indomethacin, oralen Kontrazeptiva, Tetracyclinen und Corticosteroiden.

 

Skorbut

Welche Symptome Vitamin-C-Mangel verursacht, ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Schon tausende Jahre vor Christus erstellte man Berichte von kraft- und zahnlosen Seefahrern. Weiter verlor im 16. Jahrhundert Vasco Da Gama auf der Suche nach Indien 100 von 160 Seeleuten an Skorbut. Ebenfalls Magellan büßte bei seiner Weltumrundung fünf Schiffbesatzungen ein und kehrte mit nur 28 Mann zurück. Schließlich war Skorbut bis Ende des 18. Jahrhunderts auch bei allen Völkern in kälteren Regionen eine sehr häufige Mangelerkrankung. Sie trat vor allem gegen dem Ende des Winters beziehungsweise am Frühlingsanfang auf. Denn damals stand nur Vitamin C-arme Nahrung mit zu wenig Obst und Gemüse zur Verfügung.

 

Vitamin C stärkt das Immunsystem, was bei Erkältung, Allergien, Bronchitis sowie Rhinitis eine bedeutende Rolle spielt.

Bei allergischen Reaktionen ist folgender Zusammenhang von wesentlicher Bedeutung: Je höher der Histamingehalt im Blut, desto niedriger der Vitamin C-Spiegel im Blut. Ein hoher Histamingehalt im Blut erhöht die Anfälligkeit für Ekzeme, Allergien, Heuschnupfen und Asthma.

Histamine werden in den Mastzellen in kleinen Körnchen gespeichert. Aus diesen werden sie freigesetzt und bewirken beim Menschen und bei Meerschweinchen eine Verengung der Bronchien. Bereits 500 mg Vitamin C konnten im Tierversuch diese histaminbedingte Verengung der Bronchien aufheben. Vitamin C ist ein Stabilisator für Mastzellen und verhindert so die Freisetzung von Histamin.

Neben dieser Funktion als Mastzellen-Stabilisator ist Vitamin C ein wichtiges Antioxidans im Bronchialsekret. Schlechte Lungenfunktionswerte sind in der Regel mit niedrigen Vitamin C Spiegeln im Plasma korreliert. Eine Unterversorgung mit Vitamin C gilt für Lungenerkrankungen in jedem Fall als Risikofaktor.

 

Supplementierung

Bereits im 13. Jahrhundert verordnete Maimonides seinen Asthmapatienten eine Diät aus Früchten und Gemüse. 600 Jahre später beschrieb Reisseissen Zusammenhänge zwischen Skorbut und Asthma. Doch bis heute hat sich die begleitende Therapie mit Vitamin C nicht auf breiter Basis durchgesetzt.

Bei Patienten mit rezidivierenden Atemwegsinfekten oder allergischer Rhinitis konnten 2.000 mg Vitamin C die auftretenden Beschwerden deutlich vermindern.

Die übliche Brausetablette Aspirin C oder Vitamin C alleine enthält in der Regel bis zu 1.000 mg Vitamin C. Will man der Grippe tatsächlich zu Leibe rücken, wird die Gabe von 1 g nicht ausreichen.

Vitamin C wirkt anregend auf alle immunstimulierenden Systeme. Dass Vitamin C das Mittel der Wahl darstellt, liegt in seiner Fähigkeit, eine Superinfektion mit Bakterien und damit einen eventuellen Einsatz von Antibiotika zu verhindern. Dazu sind mindestens 4 x täglich 500 mg oder besser 6 x täglich 500 mg, am besten als Calciumascorbat, zu verabreichen.

 


Literatur:

Muhammad Abdullah; Radia T. Jamil; Fibi N. Attia. Vitamin C (Ascorbic Acid). StatPearls [Internet], Last Update: February 22, 2020.

Maggini S, Pierre A, Calder PC. Immune Function and Micronutrient Requirements Change over the Life Course. Nutrients. 2018;10(10):1531. Published 2018 Oct 17. doi:10.3390/nu10101531

Anitra C. Carr, Silvia Maggini. Vitamin C and Immune Function. Nutrients. 2017 Nov; 9(11): 1211. Published online 2017 Nov 3. doi: 10.3390/nu9111211

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