Seborrhoe ist eine Symptom, das in der Pubertät häufig auftritt

Seborrhoe © Roymishali / CC 3.0 / wikimedia

Seborrhoe © Roymishali / CC 3.0 / wikimedia

Seborrhoe ist keine Krankheit sondern ein Symptom, bei dem es zu einer Überproduktion von Hautfetten durch die Talgdrüsen der Haut kommt.

Die als Seborrhoe bezeichnete Überfunktion der Talgdrüsen kann physiologisch in der Pubertät durch den Anstieg der Androgene krankhaft als Symptom einer Hyperandrogenämie und dann oft im Zusammenhang mit Akne entstehen. Kurzfristig kann auch Stress und psychische Belastung eine ­Seborrhoe induzieren. Aber auch Wirkstoffe und andere Krankheitsbilder wie der Morbus Parkinson kann die Symptome auslösen.

 



Im Grunde genommen Seborrhoische Dermatitis (Seborrhoe) treten diese häufigen Beschwerden der Haut bei Säuglingen, Jugendlichen und Erwachsenen auf. Die charakteristischen Symptome Schuppen, Erythem und Juckreiz treten am häufigsten an Kopfhaut, Gesicht, Brust, Rücken, Achseln und Leiste auf.

Die Problematik für die Haut liegt nicht nur im kosmetischen Bereich, da der Fettglanz der Haut ungepflegt wirkt, sondern in der veränderten Hautphysiologie. Im lipidreichen Milieu kommt es zur Vermehrung von Keimen, zum Beispiel von Malassezia furfur, die in höheren Konzentrationen irritativ wirken. Die Symptome ttreten vor allem im Kopfbereich auf – vorzugsweise am behaarten Kopf, an der Stirn, an den Nasolabialfalten und an den Augenlidern.

 

Seborrhoische Dermatitis und Seborrhoe

Die seborrhoische Dermatitis kann eine Folge der Seborrhoe darstellen. Es ist deshalb wichtig, durch entsprechende Pflegeprodukte die Seborrhoe zu reduzieren und das Hautmilieu zu normalisieren.

Dementsprechend kommt der Reinigung mit sebostatischen Zusätzen, die auch antibakterielle und entzündungshemmende Komponenten enthalten, eine wesentliche Bedeutung zu.

Wobei beispielsweise Zink ein derartiger Zusatz ist. Denn das Spurenelement entfaltet eine antibakterielle, entzündungshemmende sowie eine talgregulierend Wirkung. Aus dem pflanzlichen Bereich sind weiter unter anderem Brennnesselextrakte zu nennen.



Vorsicht ist übrigens bei der regelmäßigen Langzeitanwendung niedrig dosierter antibiotischer Substanzengeboten. Denn dabei ist ein Wirkungsverlust als Folge der Entwicklung bakterieller Resistenzen möglich.

 

Verschiedene Präparate zur Behandlung

Die Behandlung mit Antimykotika wie topischem Ketoconazol ist die Hauptstütze der Therapie bei Seborrhoe des Gesichts und des Körpers. Wegen möglicher Nebenwirkungen sollte man entzündungshemmende Mittel wie topische Kortikosteroide sowie Calcineurin-Inhibitoren nur kurzzeitig anwenden.

Zur Behandlung von Seborrhoe der Kopfhaut stehen mehrere rezeptfreie Shampoos zur Verfügung. Die Patienten sollten eine Therapie mit einem dieser Mittel starten. Antimykotische Shampoos (Langzeit) und topische Kortikosteroide (Kurzzeit) kann man als Mittel der zweiten Wahl zur Behandlung der Kopfhaut verwendeen.

Bei der Seborrhoe sind Peelings wie beispielsweise mit LHA (Lipohydroxysäuren), die zwar keratolytisch wirken aber nicht irritieren, sowie auch glykolsäurehaltige Cremen – sofern die Haut nicht irritiert ist – möglich und oft berechtigt. Cremen sollen leichte Texturen aufweisen und ölfrei sein. Feuchtigkeitscremen oder -lotionen sind möglich, alle fetthaltigen Produkte sind kontraproduktiv. Als Zusätze sind Retinol, Zink etc. möglich.

In der kosmetischen Beratung sollte man Betroffenen empfehlen, Abdeckstifte zu vermeiden. Stattdessen sollte man leichte ölfreie Make-ups verwenden. Die Reinigung kann mit Waschgelen, Gesichtswässern, aber auch mit ­Lotionen mit leichter Textur geschehen.




Quelle:

Clark GW, Pope SM, Jaboori KA. Diagnosis and treatment of seborrheic dermatitis. Am Fam Physician. 2015 Feb 1;91(3):185-90. PMID: 25822272.

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