Schwarzpappel, Populus nigra: viele Vorteile und gesundheitliche Wirkung gegen Entzündungen

Schwarzpappel mit 6,80 Meter bei Bad Kissingen. © Rainer Lippert / wikimedia

Schwarzpappel mit 6,80 Meter bei Bad Kissingen. © Rainer Lippert / wikimedia

Die Schwarzpappel – die vom Aussterben bedrohte Populus nigra – galt jahrhundertelang als Heilmittel mit guter Wirkung gegen Entzündungen.

Die Europäische Schwarzpappel ist ein typischer Baum der fluss­nahen Auwälder. Den Baum nennt man auch Populus nigra, der zur Familie der Weidengewächse Salicaceae gehört.  Der Sage nach gaben übrigens die Römer der Pappel den Namen Populus. Weil deren Blätter, wie das Volk, sich im Zustand andauernder Unruhe befänden. Aktuell pflanzt man die Europäische Schwarzpappel vor allem in Flussauen der Mittelmeerländern mit innovativen Methoden. Außerdem untersuchen sie Wissenschaftler intensiv auf verschiedene Wirkungen.

 

Schwarzpappel in den Auen

Die Schwarzpappel ist im Auwald jedenfalls unverwechselbar. In diesem Sinne steht ihre dunklen, für den Namen verantwortliche Rinde im Blickpunkt. Grundsätzlich ähnelt Populus nigra im Wuchs der Silberpappel. Allerdings ist der Baum dichter verzweigt und hat eben eine dunklere Rinde.

Prinzipiell braucht die Pflanze viel Wasser und deswegen auch durchlässige Böden. Weiter toleriert sie auch vorübergehende Überschwemmungen, allerdings keine Trockenheit.

Die bartlosen, gezähnten Blätter haben feine Blattstiele und sind an den langen Trieben größer und dreieckiger, an den Kurztrieben rautenförmig. Die männlichen Blüten sind purpurfarben und geschmeidig, die weiblichen grüngelb und hart. Flussbegradigungen und die landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Auen haben die Schwarzpappel viele Jahre lang europaweit in ihrem Bestand zurückgedrängt.

Bedauerlicherweise vermehrt sich allerdings die Populus nigra vielerorts nicht mehr natürlich. Denn die männlichen Pflanzen wachsen oft weit entfernt von den nächsten weiblichen Bäumen. Jedoch steuert man dem heutzutage wieder intensiv entgegen.

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Was Populus nigra leisten kann

Im Grunde genommen ist das glatte Holz der Schwarzpappel eines der wertvollsten unter den europäischen Pappeln. Denn es ist zäh und leicht . Dementsprechend schätzen es auch Schnitzer von bei Skulpturen sehr. Zudem macht man auch gerne Holzschuhe aus Pappelholz. Weiter ist es eines der leichtesten Laubhölzer. In diesem Sinne stellt man damit auch Sperrholz, Obstkisten, für Streichhölzer, Spankörbe, Spanschachteln sowie Blindholz her. Der Pappelflaum – die watteähnlichen Samen – dient schließlich als Füllung für Kissen oder als Isoliermaterial.

 

Die Wirkung der Schwarzpappel in der Medizin

Als Heilmittel sind die Pappel-Blattknospen in alten Arzneibüchern beschrieben. Sie enthalten Wirkstoffe, die denen der Weidenrinde ähnlich sind. Mit anderen Worten sind dies das ätherische Öl und Flavonoide sowie Phenolglykoside. Schließlich sind aber vor allem auch Salicin und Salicortin sowie weitere Ester des Salicins wichtige Inhaltsstoffe.

Der bekannte Arzt und Anatom des antiken Griechenlands, Galenos von Pergamon, auch Aelius Galenus oder Galēn genannt, empfahl bereits vor etwa 4.000 Jahren die Anwendung einer Salbe aus den Knospen der Schwarzpappel gegen Entzündungen. Die Salbe – Unguentum Populi – galt lange Zeit als Allheilmittel. In der Volksheilkunde soll diese Pappelsalbe traditionell auch heute noch gegen Entzündungen der Haut sowie bei Hämorrhoiden helfen.

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Literatur:

Ding CJ, Liang LX, Diao S, Su XH, Zhang BY. Genome-wide analysis of day/night DNA methylation differences in Populus nigra. PLoS One. 2018 Jan 2;13(1):e0190299. doi: 10.1371/journal.pone.0190299. PMID: 29293569; PMCID: PMC5749751.

V. Pasquino L. Saulino A. Pelosi E. Allevato A. Rita L. Todaro A. Saracino G.B. Chirico. Hydrodynamic behaviour of European black poplar (Populus nigra L.) under coppice management along Mediterranean river ecosystems.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/rra.3276

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