Schmerzhafte Schilddrüsenentzündung nach Infekt häufig

Schilddrüsenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen erfreulicherweise immer häufiger. © AnnaVel / shutterstock.com

Schilddrüsenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen erfreulicherweise immer häufiger. © AnnaVel / shutterstock.com

Erkältung im Frühling und sowie die Coronavirus-Erkrankung Covid-19 können Auslöser für eine Thyreoiditis sein, denn eine schmerzhafte Schilddrüsenentzündung tritt nach einem Infekt häufig auf.

Im Grunde genommen kommt es nach einem Infekt oft zu einer schmerzhaften Schilddrüsenentzündung. Wobei gerade auch im Frühling wieder vermehrt Erkältungsviren unterwegs sind. Zudem kann neben Adenoviren offenbar auch das derzeit auf Höchstständen grassierende SARS-CoV-2-Virus Auslöser für die seltene, aber oft extrem schmerzhafte subakute Thyreoiditis de Quervain (SAT) sein. Menschen, die nach einem Virusinfekt unter anhaltenden Schmerzen im Hals- und Kieferbereich leiden, sollten deshalb an eine Schilddrüsenentzündung denken, rät der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Eine Therapie dürfe nicht zu früh abgesetzt werden, weil das regelmäßig zu Rückfällen führe.

 

Die schmerzhafte Schilddrüsenentzündung – Thyreoiditis de Quervain (SAT) – nach einem Infekt

Die Schilddrüsenerkrankung SAT tritt typischerweise im Anschluss an virale Atemwegsinfektionen auf. Aber auch das SARS-CoV-2-Virus kann SAT begünstigen. Dementsprechend sind die Beobachtungen kurz nach Beginn der Corona-Epidemie. Infolgedessen kam es häufiger zu einer subakuten Thyreoiditis de Quervain. Die Kombination aus Erkältungsviren, die besonders im Frühling grassieren, und den derzeitigen hohen Corona-Inzidenzen sollte die Menschen für dieses Krankheitsbild sensibel stimmen.




Kopfschmerzen, Migräne, bei Schilddrüse-Patienten mit Hypothyreose

Hypothyreose und Kopfschmerzen vom Migräne-Typ stehen in Zusammenhang. © medistock / Kateryna Kon / shutterstock.com

Die Patienten mit einer subklinischen Hypothyreose leiden laut aktuellen Studiendaten häufiger an Kopfschmerzen und Migräne als Menschen mit gesunder Schilddrüse. Mehr dazu lesen Sie unter https://medmix.at/hypothyreose-migraene/.


Eine SAT, deren genaue Ursache unbekannt ist, kann mild verlaufen. Doch meist verläuft die Autoimmunerkrankung schmerzhaft.

Häufige Beschwerden einer SAT sind starke Hals- und Nackenschmerzen, die in die Unterkiefer- und Ohrregion ausstrahlen können. Weiter gibt es ein typisches Krankheitszeichen, Schmerzen. Jedenfalls tut eine Schilddrüsenentzündung nach Infekt weh, sobald man leicht von außen gegen die Schilddrüse drückt. Zudem treten auch Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit auf. Das kann schließlich zu einem schweren Krankheitsgefühl führen.

Zwar heilt eine SAT in etwa 80 Prozent der Fälle innerhalb eines Jahres von selbst aus. Dennoch sollte man Betroffene zu einem Spezialisten überweisen, sobald der Verdacht auf eine SAT im Raum steht.

Unter dem Strich kann eine kompetente ärztliche Begleitung nicht nur die Symptome lindern. Sondern hilft auch dabei, eine mögliche dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion rechtzeitig therapieren zu können. Ob eine SAT vorliegt, erkennt der Nuklearmediziner beispielsweise an Entzündungs- und Schilddrüsenwerten im Blut. Hinzu kommen Untersuchungen der Schilddrüse per Ultraschall und Szintigrafie. Allerdings führt man nur sehr selten wird eine Feinnadelbiopsie zur Sicherung der Diagnose durch.

 

Schmerzmittel und Cortison

Ist die Schilddrüsenentzündung leicht ausgeprägt, helfen entzündungshemmende Schmerzmittel, die bis zu einem halben Jahr gegeben werden können. Bei schweren Verläufen verordnet der Arzt zusätzlich Cortison. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Wochen. Allerdings sollten die Medikamente nicht zu früh abgesetzt werden. Dann ist die Gefahr für einen Rückfall sehr hoch. Besser ist es, das Cortison schrittweise zu reduzieren.

Wichtig ist schließlich auch die regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte. Denn die SAT, die fünfmal häufiger bei Frauen als bei Männern vorkommt, verläuft für gewöhnlich in Phasen. Auf eine Schilddrüsenüberfunktion folgt eine kurz andauernde normale Schilddrüsenfunktion, bis sich eine Schilddrüsenunterfunktion einstellt. Meist normalisiert sich auch diese Unterfunktion wieder. Ist dies jedoch nicht der Fall, wird die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen erforderlich, um weitere gesundheitliche Folgen zu verhindern.




Auch leicht erhöhte Schilddrüsenwerte können bereits gefährlich sein

Die Schilddrüse sollte man immer wieder vorbeugend untersuchen lassen. Denn bereits chronisch leicht erhöhte Schilddrüsenwerte sind mit einem höheren Risiko für Herz-Gefäß-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt verbunden. © Dragon Images 7 shutterstockcom

Bereits leicht erhöhte Schilddrüsenwerte sind gefährlich, denn sie können das Risiko für Demenz, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sowie Herztod erhöhen. Mehr dazu lesen Sie unter https://medmix.at/leicht-erhoehte-schilddruesenwerte-gefaehrlich/.


Literatur:

Brancatella A, Ricci D, Viola N, Sgrò D, Santini F, Latrofa F. Subacute Thyroiditis After Sars-COV-2 Infection. J Clin Endocrinol Metab. 2020 Jul 1;105(7):dgaa276. doi: 10.1210/clinem/dgaa276. PMID: 32436948; PMCID: PMC7314004.


Quelle: Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V.

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