Risiko für neuerlichen Herzinfarkt und Schlaganfall

Herz-Kreislauf © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

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Das Risiko für neuerlichen Herzinfarkt und Schlaganfall ist bei Personen mit niedrigsten Einkommen sowie bei geschiedenen Patienten beträchtlich höher.

Ein niedriger sozio-ökonomischer Status ist mit einem höheren Risiko für neuerlichen Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden. Eine Studie mit rund 30.000 Patienten mit einem früheren Herzinfarkt ergab, dass das Risiko eines neuerlichen kardio-vaskulären Ereignisses bei Personen im höchsten Einkommensfünftel um 36 Prozent niedriger war als bei Menschen, die den 20 Prozent der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen angehören. Bei geschiedenen Patienten stieg das Risiko im Vergleich zu verheirateten Personen um 14 Prozent.

 

Studie zum Überleben nach Herzinfarkt und Schlaganfall

Fortschritte in der Prävention und akuten Behandlung haben das Überleben nach Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich verbessert. Daher leben auch immer mehr Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen, in Schweden macht diese Gruppe fast ein Fünftel der Bevölkerung aus, erklärt Studienautor Dr. Joel Ohm vom Karolinska Institut in Stockholm. Die meisten Untersuchungen zum Thema kardiovaskuläre Prävention basieren auf Daten von gesunden Bevölkerungsgruppen, und es ist nicht klar, inwieweit sie auch auf Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen anwendbar sind. Das gilt auch für Studien zum Zusammenhang zwischen sozio-ökonomischem Status und Herz-Kreislauf-Risiko.

In der oben zitierten schwedischen Studie hingegen wurden die Daten von 29.953 Patienten analysiert, die etwa ein Jahr zuvor einen ersten Herzinfarkt erlitten hatten, diese wurden mit Daten über das Einkommen, den Familienstand und das Bildungsniveau abgeglichen.

Im Beobachtungszeitraum von durchschnittlich vier Jahren erlitten acht Prozent oder 2.405 Patienten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Während Einkommens- und Familienstatus einen signifikanten Einfluss auf das Auftreten eines kardiovaskulären Ereignisses hatten, war dies für das Bildungsniveau nicht der Fall. Sozio-ökonomische Faktoren sollten also in die Risikoprognose, ob mit einem neuerlichen Herz-Kreislauf-Ereignis zu rechnen ist, und in die Ausgestaltung der Sekundärprävention einfließen, empfehlen die Forscher.


Literatur:

Lu L, Liu M, Sun R, Zheng Y, Zhang P. Myocardial Infarction: Symptoms and Treatments. Cell Biochem Biophys. 2015 Jul;72(3):865-7. doi: 10.1007/s12013-015-0553-4. PMID: 25638347.


Quelle:

ESC 2016 Abstract Ohm et al. “Low socioeconomic status is associated with recurrent atherosclerotic cardiovascular disease event in a population with stable coronary heart disease”.

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