Dienstag, Juli 2, 2024

Höhere UV-Strahlung: Richtiger Sonnenschutz in großer Höhe im Gebirge

Bei der Erholung in der Natur in großer Höhe sollte man auf geeigneten Sonnenschutz im Gebirge achten, denn dort ist die UV-Strahlung stärker als im Tal.

Der Anblick der vom Wetter gegerbten Gesichter von älteren Bergsteigern ist bekannt. Jahrzehntelang dem ist ihre Gesichtshaut dem Wind, Regen und vor allem der Sonne ausgesetzt, so dass sich die Haut wie Leder über hagere Gesichter spannt. Doch auch bei einfachen Wanderungen über Almen ist unsere Haut einer erhöhten Belastung durch die Sonne ausgesetzt. Im Grunde genommen sollte jeder Mensch – zu jeder Jahreszeit, nicht nur im Sommer – für adäquaten Sonnenschutz gegen die stärkere UV-Strahlung in großer Höhe im Gebirge sorgen. Das gilt speziell auch für Menschen die in solchen Höhen im Freien trainieren beziehungsweise Sport betreiben oder beispielsweise dem Militär angehören.

 

Sonnenschutz im Gebirge gegen gefährliches UV-Strahlung

Warum intensiver Sonnenschutz im Gebirge so wichtig ist, ist daher begründet, dass im Gegensatz zur UV-A-Strahlung die Intensität der UV-B-Strahlung in höheren Gebieten durch reinen und dünnen Luftschichten überproportional zunimmt. Dabei beeinflussen die Re­flexion und die Streuung die UV-B-Strahlen wesentlich stärker. Zudem steigt die Strahlungsintensität pro 1.000 Höhen­meter um 15 bis 20%.



In einer Höhe von 3.000 m ist die Strahlung somit um 50% intensiver als im Flachland. Eis und Schnee – wie in Gletschergebieten und im Winter – wirken dabei wie Brennglas und intensivieren die Strahlen durch die Reflektion zusätzlich, wodurch sich die Intensität um bis zu 80% steigern kann.


Sonnenbrand behandeln: Hausmittel, kommerzielle Produkte und Kühlen

Je nach Stärke kann man entweder selbst den Sonnenbrand behandeln oder einen Arzt aufsuchen. © Beam / flickr / Creative Commons
Je nach Stärke kann man entweder selbst den Sonnenbrand behandeln oder einen Arzt aufsuchen. © Beam / flickr / Creative Commons

Wenn man einen Sonnenbrand behandeln muss, ist schon einiges falsch gelaufen, wobei verschiedene kommerzielle Mittel und Hausmittel helfen können. Mehr dazu unter https://medmix.at/sonnenbrand-behandeln/


Ultraviolette Strahlung

Die ultravioletten (UV) Strahlen sind der nicht sichtbare Anteil des Sonnenlichtes. Sie werden nach ihrer Wellenlänge in UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen unterteilt. Je geringer die Wellenlänge ist, desto höher ist ihre Energie und somit ihr Gefahrenpotenzial.

UV-A-Strahlen fördern die Alterung der Haut, können jedoch auch Allergien und sogar Hauttumore auslösen. Für die Bräunung der Haut, aber auch für Sonnenbrand und einer möglichen Entstehung von Hautkrebs sind die energiereicheren UV-B-Strahlen verantwortlich. UV-C-Strahlen hingegen erreichen die Erdoberfläche nicht, da sie von der Ozonschicht absorbiert werden.

 

Im Gebirge mit höherem Sonnenschutzfaktor gegen die höhere UV-Strahlung

Schutz vor akuten und Langzeitschäden bieten nur entsprechende Sonnenschutzmittel. Allerdings muss man die auch richtig anwenden. Die im Handel erhältlichen Sonnenschutzprodukte sind in ihrer Wirksamkeit durch so genannte Lichtschutzfaktoren charakterisiert. Damit gibt man für UV-B die Verlängerung der Eigenschutzzeit an.



Schätzt man nach dem individuellen Hauttyp die Eigenschutzzeit beispielsweise auf 15 Minuten, so beträgt durch einen Sonnenschutzfaktor 10 die Zeit bis zum Auftreten einer Rötung 150 Minuten. Da der Endpunkt dieser Zeitspanne durch den Beginn der Schädigung definiert ist, sollte man die Schutzzeit nicht vollständig ausschöpfen, um vor einer Hautreaktion bewahrt zu bleiben.

Da der Sonnenschutz im Gebirge durch Nachcremen nicht verlängert werden kann, sollte bei der extremen Belastung im Gebirge ein Sonnenschutz mit einem höheren Sonnenschutzfaktor angewendet werden. Auch ist der optimale Schutz nicht sofort nach dem Auftragen gegeben, sodass das Eincremen bereits zirka 30 Minuten vor der UV-Exposition erfolgen sollte. Auf keinen Fall sollte auf eine vor Sonne schützende Lippenpflege vergessen werden.

 

Die richtige Kleidung ist der effektivste Sonnenschutz im Gebirge

Beim Bergwandern sind die Haut am Nasenrücken, die Unterlippe, die Ohrmuscheln, die seitlichen Wangen, das Jochbein, die Scheitel-Stirn-Region und der Nacken besonders der Sonne ausgesetzt. Wichtig ist daher, unbedingt eine Kopfbedeckung – im Idealfall mit Nackenschutz – zu tragen. Diese schützt vor Sonnenbrand und vor Sonnenstich. Generell ist Kleidung – also das Vermeiden einer Sonnenexposition der Haut – der beste Sonnenschutz im Gebirge. Denn Textilien lassen nur etwa 5 bis 10% der UV-Strahlen an die Haut.


Effektiver Sonnenschutz mit den richtigen Maßnahmen

Empfehlenswert: Sonnenschutzmittel mit Stickstoffmonoxid © RossHelen / shutterstock.com
Empfehlenswert: Sonnenschutzmittel mit Stickstoffmonoxid © RossHelen / shutterstock.com

Effektiver Sonnenschutz ist entscheidend, wenn man die Sonnenstrahlung sicher genießen möchte. Dazu sollte man verschiedene wichtige Maßnahmen beachten. Mehr dazu unter https://medmix.at/effektiver-sonnenschutz-drei-schritten/


Literatur:

Wolf ST, Kenney LE, Kenney WL. Ultraviolet Radiation Exposure, Risk, and Protection in Military and Outdoor Athletes. Curr Sports Med Rep. 2020;19(4):137-141. doi:10.1249/JSR.0000000000000702

Mario Blumthaler. UV Monitoring for Public Health. Int J Environ Res Public Health. 2018 Aug; 15(8): 1723. Published online 2018 Aug 11. doi: 10.3390/ijerph15081723


Quelle: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/patientinstructions/000378.htm

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