Frühe Symptome von Parkinson erkennen, um Lebensqualität zu steigern

Neuronen © ktsdesign / shutterstock.com

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Frühe Symptome von Parkinson zu erkennen und eine frühe Diagnose zu stellen sind auch wichtig, um die Lebensqualität der Patienten mittels rascher Therapie zu steigern.

Unter dem Strich leiden etwa zwei Prozent der Menschen über 65 Jahren an Morbus Parkinson. Wobei Experten vermuten, dass sich die Anzahl der Erkrankungsen bis 2030 aufgrund der steigenden Lebenserwartung zumindest verdoppeln wird. Im Grunde genommen ist der Morbus Parkinson jedenfalls eine neurodegenerative Erkrankung, bei der die den Botenstoff Dopamin produzierenden Nervenzellen aus bisher ungeklärten Gründen fortschreitend absterben. Zur Steigerung der Lebensqualität von Betroffenen mit Parkinson ist es wichtig, Parkinson-Frühsymptome zu erkennen und eine frühe Diagnose zu stellen. Denn das möglichst frühe Erkennen und der frühe Beginn der Behandlung ist entscheidend, um die motorischen und nicht-motorischen Symptomen von Parkinson effektiv therapieren zu können.



 

Besondere Aufmerksamkeit bezüglich Erkennen früher Symptome von Morbus Parkinson

Es gibt zahlreiche therapeutische Optionen, um Morbus Parkinson mit einer individuell zugeschnittenen Kombination verschiedener Ansätze zur Therapie wirkungsvoll zu behandeln. Und zwar in allen Stadien der Erkrankung. Und damit kann man auch die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten stark verbessern. Jedenfalls sollten Ärzte mittels internistischer und neurologischer Abklärung der Suche und dem Erkennen früher Symptome von Parkinson deshalb besondere Aufmerksamkeit schenken.

 

Frühsymptome von Morbus Parkinson sind Zittern, verlangsamte Bewegungen, fehlendes Mitschwingen eines Arms sowie Schleifen eines Fußes beim Gehen. Weiter eine deutliche Verkleinerung der Schrift sowie unklare Gelenkschmerzen durch erhöhte Muskelspannung.

Zu den Alarmsignalen, die auf frühe Symptome von Parkinson hinweisen können und die unbedingt näher untersucht werden sollten, gehören Zittern in den Gliedmaßen nur einer Körperseite, zum Beispiel Zittern einer Hand in Ruhe, eine Störung der Feinmotorik mit einer Verlangsamung der Bewegungen, fehlendes Mitschwingen eines Arms oder Schleifen eines Fußes beim Gehen, eine deutliche Verkleinerung der Schrift, oder unklare Gelenkschmerzen durch erhöhte Muskelspannung.

Allerdings kann zum Zeitpunkt, zu dem man bereits einige dieser frühen Symptome von Parkinson erkennen kann, bereits ein nicht unerheblicher Anteil jener Nervenzellen im Gehirn zerstört sein, die für die Produktion von Dopamin sorgen. Denn wenn sich bei Patienten mit Parkinson die typischen ersten motorischen Symptome zeigen, ist der Schaden oft schon entstanden. Denn man kann dann davon ausgehen, dass die zugrunde liegenden pathologischen Prozesse bereits Jahre zuvor unbemerkt eingesetzt angerichtet haben.

Deswegen fordern Experten, dass die frühe Diagnostik noch früher ansetzen muss. Denn würde die Krankheit vor ihrer eigentlichen Manifestation erkannt werden, könnte man früher eingreifen. Und in Folge dann Nervenzellen retten und so idealerweise die chronische, fortschreitende Erkrankung verhindern. Oder zumindest aufhalten. Während dies heute noch nicht gelingt, verzeichnen die Wissenschaftler bei der Erkennung der Frühsymptome von Parkinson wichtige Fortschritte.



 

Parkinson kann man schon lange erkennen, bevor motorische Symptome auftreten

Zudem kann man frühe Symptome von Morbus Parkinson zum Teil bereits viele Jahre vor den typischen motorischen der Krankheit erkennen. Und damit bereits vor der Degeneration von Nervenzellen. Dazu gehören etwa ein gestörter Geruchsinn, Verstopfung, Schwindel sowie Störungen bei der Harnentleerung.

Auch zählt eine besondere Form von Störungen des Schlafs  – der Verhaltensstörung im REM-Schlaf – dazu. Bei Gesunden ist in dieser Phase des Schlafs jedenfalls die Motorik gehemmt. Hingegen leben die von dieser Störung Betroffenen ihr Traumgeschehen jedoch körperlich aus.

Im Grunde genommen kann das sogar zu Verletzungen führen. Zudem auch Partner oder Partnerinnen stark beeinträchtigen. Wer an dieser speziellen Störung von Schlaf und Traum leidet, hat jedenfalls ein hohes Risiko. Und zwar binnen 15 bis 20 Jahren an Morbus Parkinson zu erkranken. Allerdings können sich auch andere neurodegenerative Erkrankungen entwickeln.




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