Kopfschmerzen nach Schädel-Hirn-Trauma

Kopfschmerzen © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Kopfschmerzen © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Wenn Kopfschmerzen innerhalb von sieben Tagen nach dem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Verletzung von Kopf oder Hals auftreten, spricht man von sekundären Kopfschmerzformen.

Häufige Ursachen für ein Schädel-Hirn-Trauma sind Verletzungen im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten, Unfällen und Stürzen. Mehr als 50 Prozent dieser Schädel-Hirn-Trauma-Patienten berichten in Studien über akute Kopfschmerzen, damit sind diese das häufigste Symptom nach einem Trauma. Es handelt sich bisher um ein nicht ausreichend beachtetes Problem.



 

Posttraumatische Kopfschmerzen nach Schädel-Hirn-Trauma

In der Kopfschmerzklassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (IHS) sind die posttraumatischen Kopfschmerzen unter den sekundären Kopfschmerzformen aufgeführt, das heißt, Ursache für die Kopfschmerzen ist das Trauma. Es wird gefordert, dass die Kopfschmerzen innerhalb von sieben Tagen nach dem Trauma oder einer Verletzung von Kopf oder Hals auftreten. Dennoch entwickelten sich die Kopfschmerzen aber bei einigen Patienten auch später. Das klinische Erscheinungsbild kann einer Migräne oder dem Bild eines Spannungskopfschmerzes entsprechen. Häufig finden sich aber auch Mischformen.

Halten die Kopfschmerzen länger als drei Monate an, muss von einem persistierenden oder chronischen posttraumatischen Kopfschmerz ausgegangen werden. Hierbei hat ein mildes Schädel-Hirn-Trauma ein höheres Risiko, zu einem posttraumatischen Kopfschmerz zu führen, als ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Bei den meisten Patienten bessern sich die Kopfschmerzen innerhalb von mehreren Jahren. Bei mehr als 30 Prozent bestehen diese moderaten bis starken Kopfschmerzen aber weiter und führen zu einer relevanten Beeinträchtigung im Alltag.



 

Risikofaktoren für Kopfschmerzen nach Schädel-Hirn-Trauma

Risikofaktoren dafür, dass chronische Schmerzen auftreten, sind insbesondere ein jüngeres Alter, das weibliche Geschlecht, vorbestehende Kopfschmerzen sowie ein mildes Schädel-Hirn-Trauma. Zudem können im Zusammenhang mit den posttraumatischen Kopfschmerzen auch häufiger Schlafstörungen, Depression und Angststörung vorkommen. Diese Patienten haben zudem aufgrund der häufigen Kopfschmerzen ein erhöhtes Risiko, einen Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz zu entwickeln.

Für das Gesundheitssystem ist es relevant, da wir eine sehr hohe Anzahl von Patienten mit posttraumatischen Kopfschmerzen haben und bisher die wissenschaftlichen Daten nur eingeschränkt vorhanden sind. Hier sind weitere Studien notwendig, um insbesondere die Pathophysiologie besser zu verstehen und therapeutische Möglichkeiten gezielter einzusetzen.


Quelle:

Kopfschmerzen nach Schädel-Hirn-Trauma. Oft unerkannt und falsch behandelt? Neue Erkenntnisse und Therapien Privatdozent Dr. med. Torsten Kraya, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Georg, Leipzig, und Kongresspräsident des Deutschen Schmerzkongresses 2022. Deutscher Schmerzkongress Oktober 2022

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