Mehr Stresshormon Cortisol bei Kindern durch Mineralstoffe arme Ernährung

Eine Ernährung mit Gemüse und Obst wirkt bei Kindern positiv auf das Stresshormon Cortisol. © Tatevosian-Yana / shutterstock.com

Eine Ernährung mit Gemüse und Obst wirkt bei Kindern positiv auf das Stresshormon Cortisol. © Tatevosian-Yana / shutterstock.com

Eine Mineralstoffe arme Ernährung kann bei Kindern dazu führen, dass ihre Körper das Stresshormon Cortisol stärker produzieren.

Kindern können einen erhöhten Stresshormonspiegel haben, wenn sie über die Ernährung zu wenig Mineralstoffe aufnehmen. Ein wichtiger Grund für die erhöhten Stresshormonspiegel bei Kindern ist die gesteigerte Produktion des Stresshormons Cortisol durch ernährungsbedingte Säurebelastung.



 

Regelmäßig erhöhte Säurebelastung durch die Ernährung

Untersuchungen konnte schon früher zeigen, dass eine regelmäßig erhöhte Säurebelastung durch die Ernährung nicht nur die Knochenstabilität bei Kindern verringert. Sondern sie führt auch zu höheren Blutdruckwerten. Rezente Studienergebnisse zeigten unlängst auch einen hormonellen Mechanismus auf. Nämlich dass die Qualität der Ernährung langfristig auf unsere Gesundheit wirkt.

In einer Hormonstudie hat man dazu 200 gesunde Kinder eingeschlossen, die ohne Vorgaben zu ihrer Ernährung jeweils über 24 Stunden Urin gesammelt hatten. In den Urinproben von 100 Probanden hatten die Forscher vor Beginn der Hormonmessungen eine niedrige Säureausscheidung über die Nieren gemessen (Net Acid Excretion, NAE). Bei den anderen 100 Urinproben war es hingegen eine hohe Säureausscheidung.

Bei den Kindern mit hoher Säureausscheidung fand man bei Kindern nicht nur eine höhere Sekretion des Stresshormons Cortisol. Es war auch die Ausscheidung an spezifischen zellulären Umbauprodukten des Stresshormons Cortisol, etwa des 6-beta-Hydroxycortisols oder des Cortisons, signifikant gesteigert.



 

Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse könnte Stresshormon Cortisol bei Kindern günstig beeinflussen

Jedenfalls scheint das Stresshormon Cortisol bei Kindern auch bereits unter einer weniger stark ausgeprägten, lediglich durch die Ernährung beeinflussten Säurebelastung in Zielgeweben wie der Niere oder den Knochenzellen zu wirken. Forschende gehen hierzu davon aus, dass Cortisol und Cortison (die Glucocorticoid-Hormone) eine wichtige Rolle dabei spielen, dass eine langfristige ungesunde Ernährung negativ für das Skelettsystem und für andere relevante Bereiche der Gesundheit ist.

Obst und Gemüse gehören übrigens zu den Lebensmitteln, die gute Mengen Kalium und Magnesium enthalten. Wobei diese Mineralstoffe in besonders günstiger Weise die täglich im Stoffwechsel entstehende Säurebelastung neutralisieren.

Unter dem Strich führen westliche Ernährungsweisen zu einer hohen Säurebelastung. Diese steht in Zusammenhang mit negativen klinischen Folgen für die Gesundheit wie Diabetes Typ-2 sowie dem metabolischen Syndrom. Deswegen sin in unseren Breiten dringend Strategien zu einer gesunden Ernährung erforderlich. Beispielsweise kann eine pflanzliche Ernährung, einschließlich vegetarischer und veganer Ernährung, wirksam die Säurebelastung reduzieren. Allerdings gibt es verschiedene andere Arten der Ernährung (wie fettarme, salzarme, zuckerarme und diabetische Diäten zur Gewichtsabnahme) die günstige Auswirkungen haben.




Literatur:

Rezazadegan M, Mirzaei S, Asadi A, Akhlaghi M, Saneei P. Association between dietary acid load and metabolic health status in overweight and obese adolescents. Sci Rep. 2022 Jun 24;12(1):10799. doi: 10.1038/s41598-022-15018-8. PMID: 35750714; PMCID: PMC9232519.

Storz MA, Müller A, Ronco AL. Nutrient Intake and Dietary Acid Load of Special Diets in the NHANES. A Descriptive Analysis (2009-2018). Int J Environ Res Public Health. 2022 May 9;19(9):5748. doi: 10.3390/ijerph19095748. PMID: 35565143; PMCID: PMC9102013.

Esche J, Shi L, Sánchez-Guijo A, Hartmann MF, Wudy SA, Remer T. Higher diet-dependent renal acid load associates with higher glucocorticoid secretion and potentially bioactive free glucocorticoids in healthy children. Kidney Int. 2016 Aug;90(2):325-333. doi: 10.1016/j.kint.2016.02.033. Epub 2016 May 8. PMID: 27165611.


Quellen:

Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), Universität Bonn

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