Demographische Wandel bei Gesundheit und Pflege

Der Demographische Wandel mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung bedeutet einen erhöhten Pflegebedarf in Kommunen. © mokokomo / shutterstock.com

Der Demographische Wandel mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung bedeutet einen erhöhten Pflegebedarf in Kommunen. © mokokomo / shutterstock.com

Der demographische Wandel in Deutschland verstärkt die Unterschiede zwischen Stadt und Land, was sich sehr auf die Versorgung bei Gesundheit und Pflege auswirkt.

Deutschlands Bevölkerungsstruktur wird sich in den kommenden Jahren spürbar verändern. Das Durchschnittsalter steigt. Der Pflegebedarf nimmt zu. Während die Städte eher wachsen, dünnt der ländliche Raum weiter aus. Die Kommunen stellt das vor ganz unterschiedliche Herausforderungen. Weiters wird Deutschland bis zum Jahr 2030 um mehr als eine halbe Million Einwohner schrumpfen. Das zeigt eine Bevölkerungsprognose aus dem Datenportal „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann Stiftung.

Für die Studie wurde die zahlenmäßige Entwicklung der Bevölkerung für Städte und Gemeinden ab 5.000 Einwohner sowie aller Landkreise berechnet. Demnach werden in 15 Jahren trotz zu erwartender hoher Zuwanderung in Deutschland nur noch 79,97 Millionen Menschen leben, 0,7 Prozent weniger als 2012.

Der Bevölkerungsrückgang verteilt sich alles andere als gleichmäßig. Die einzelnen Bundesländer und Regionen nehmen sogar eine teils gegensätzliche Entwicklung. Während Sachsen-Anhalt (– 13,6 Prozent), Thüringen (– 9,9 Prozent) sowie Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland (je – 7,9 Prozent) einen beachtlichen Teil ihrer Bevölkerung verlieren, werden andere Länder wachsen. Die Stadtstaaten Berlin (+ 10,3 Prozent), Hamburg (+ 7,5 Prozent) und Bremen (+ 1,0 Prozent) gewinnen ebenso an Einwohnern wie die Flächenländer Bayern (+ 3,5 Prozent), Baden-Württemberg (+ 2,1 Prozent), Hessen (+ 1,8 Prozent) und Schleswig-Holstein (+ 0,4 Prozent).

 

Demographische Wandel für dazu, dass die Städte wachsen

Der generelle Trend ist, dass städtische Regionen wachsen und der ländliche Raum bei den Bevölkerungszahlen verliert. Vor allem für viele Gemeinden im ländlichen Raum dürften die Folgen des Bevölkerungsrückgangs dramatisch werden.  „Es wird für die schrumpfenden und alternden Regionen immer schwieriger, eine gute Infrastruktur zu gewährleisten.“ Die zentrale Herausforderung sei, auch in einwohnerschwachen Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung in erreichbarer Nähe anzubieten.

 

Gefahr von Versorgungslücken für alte Menschen

Die zunehmende Alterung der Bevölkerung bedeutet einen erhöhten Pflegebedarf in den Kommunen. 2030 wird die Hälfte der Bundesbürger älter als 48,1 Jahre sein, während das sogenannte Medianalter 2012 noch 45,3 Jahre betrug.

In den kommenden 15 Jahren steigt die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre bundesweit um 47,2 Prozent auf über 6,3 Millionen. Nur in vereinzelten Gemeinden werden 2030 weniger über 80-Jährige leben als 2012. „Mit dem Anstieg dieser Altersgruppe vergrößert sich auch der Unterstützungs- und Pflegebedarf in den Kommunen. Es gilt, frühzeitig der Gefahr von Versorgungslücken aufgrund fehlender Pflegekräfte entgegenzuwirken“, sagte Brigitte Mohn.

 

Weitere Informationen:

https://www.wegweiser-kommune.de/

http://www.bertelsmann-stiftung.de

 

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